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178 Reiſebilder.
und — was Gott verhüten möge, wenn Finſternis und
Schatten des Todes dich dort überraſchen, ewige Nacht
in ewiger Qual zu verbringen.“
„Dieſe Betrachtung richtete mich unglaublich an Geiſt
und Körper wieder auf. Gebe Gott, daß meine Seele
ihre große Reiſe, der ſie bei Tag wie bei Nacht ſich ent-
gegen ſehnt, glücklich zu Ende führe!
„
„.. Den oberſten der Gipfel heißen die Leute im Ge⸗
birg' ‚das Söhnlein' (filiolum), warum, weiß ich nicht,
vielleicht des Gegenſatzes halber, denn er ſchaut in Wahr⸗
heit eher wie der Vater aller benachbarten Berge aus.
Auf ſeinem Scheitel ſtreckt ſich eine kleine Ebene, dort
hielten wir ermüdet Raſt.
„Und da du nun vernommen, von welcherlei Sorgen
der Geiſt des Emporſteigenden erſtiegen wurde, ſo ver—
nimm, ehrwürdiger Vater, auch den Reſt und wende ein
Stündlein auf Leſung der Erlebniſſe dieſes meines einen
Tages. Zuerſt denn, von ungewohntem Zug der Luft
und dem freien Schauſpiel ergriffen, ſtand ich wie ein
Staunender; — ich ſchaue zurück: da lagerten die Wolken
zu meinen Füßen. Schon erſchien mir minder fabelhaft
der Athos und Olympus, da ich das, was ich von jenen
gehört und geleſen hatte, an einem minder berühmten
Berge erſchaue.
„Hernach wende ich den Strahl des Auges nach der
italieniſchen Seite, wohin ſich ja am meiſten die Seele
neigt: ſtarr und ſchneebedeckt und ganz in meiner Nähe
erſchienen mir die Alpen, durch welche einſt jener wildeſte
Feind des römiſchen Namens' ſich einen Durchgang bahnte
und, wenn der Sage zu glauben, mit Eſſig die Felſen
ſprengte; — und doch ſind ſie ein Beträchtliches von hier
entfernt. Ich ſeufzte, ich geſtehe es, nach Italiens Himmel,
der mehr meiner Seele als meinen Augen erſchien, und
eine unſägliche Sehnſucht, Freunde und Vaterland wieder-
zuſehen, befiel mich — eine Sehnſucht, die ich eigentlich
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eine unmännliche Weichheit ſchelten ſollte, aber auf großer
1 Hannibal.
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