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Skizzen aus dem Elſaß. 191
Waldsperg geheißen — endlich, mehr im Nordweſt des
Odilienberges, über Ottrott das weit hinauslugende ſtatt-
liche Burgenpaar Ratſamhauſen und Lützelburg, und jen-
ſeits Klingental, zwiſchen Magel und Breuſch, zuletzt hier
aufgezählt, aber einſt nicht die letzte im Kreiſe der Starken,
Girbaden.
Der Freund geſchichtlicher Trümmer hat in dieſem
klaſſiſchen Vogeſenrevier die Wahl zwiſchen „ganz alten,
alten und neueren Ruinen“ und kann ihrer viele erſteigen
und durchklettern in einem Sommertag. Wählen wir,
offene Lage und herrliche Fernſicht dem Düſter wild—
unheimlicher Waldverſtecke vorziehend, als Ziele einer
Wanderung die drei letztgenannten.
Die Eiſenbahn bei Oberehnheim verlaſſend, ſind wir
bald in dem rebenumſäumten Ottrott, ehemals weicher
Ottenrode genannt, und von dort, über die ſonnigen Hal⸗
den des Homburgerberges emporſteigend, bei den Ott-
rotter Schlöſſern, früher als Lützelburg die Vorder- und
die Hinterburg, ſpäter, nachdem Kaiſer Wenzel die Hinter-
lützelburg oder das „hinder Schloß“ 1393 den drei Brü—
dern Hartmann, Egenolf und Hans vom Zweig der Rat-
ſamhauſen von Ehenweiher zu Lehen gegeben, als Lützel—
burg und Ratſamhauſen unterſchieden.
Das Dorf Ratſamhauſen, von welchem dies im Elſaß
bedeutende Geſchlecht ausging, liegt an der Ill unweit
Schlettſtadt, und die Stammburg des andern Zweiges
der „Ratſamhauſen zum Stein“ ſtand in dem der Welt
durch ſeinen menſchenfreundlichen Pfarrer Oberlin' be—
kannten unwirtlichen Steintal, ban de la roche, auf den
30 Höhen über dem Dorf Bellefoſſe und wurde 1467 wegen
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Landfriedensbruches durch ein Heer des Biſchofs von
Straßburg und der Grafen von Salm zerſtört.
Unſere beiden Nachbarburgen ſind baulich wenig un—
gleichen Charakters: beide erheben ſich gleich trotzig auf
ſteil abgeſchrotetem Untergrund roten Sandſteinfelſens,
umzogen von einem in die Felſen gehauenen Graben, der
1 Johann Friedrich Oberlin (1740—1826), proteſtantiſcher Pfarrer
in Waldersbach im unwirtlichen Steintal, deſſen Wohltäter er wurde.
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