Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-4
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (4)
[1919]
Seite: 197
(PDF, 113 MB)
Bibliographische Information
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Skizzen aus dem Elſaß. 197

ihres Ordens hier gehauſt haben ſollen, mag die Über-
lieferung recht haben, wenn es nicht ihr Ritter- oder Ka-
pitelſaal war. Die Maurer und Steinhauer am Münſter-
bau zu Straßburg — ſo erzählt unſer einheimiſcher Ge⸗-
s währsmann weiter, ſeien dort fortgelaufen und hätten
hier gebaut und geſchafft, weil ſie zwei Kreuzer mehr
Lohn erhielten.
Bei ſolcher Bedeutung der in ihrer Verwüſtung noch
ſtolzen Feſte iſt nicht zu wundern, daß Geſchichte und
i10o Sage manches von ihr zu berichten wiſſen. Daß vor den
jetzt zerſtört niederliegenden Bauten hier ein römiſches
Lagerkaſtell ſtand, iſt nach der Anlage ſehr waͤhrſcheinlich.
Wenn der Straßburger Kriegsbaumeiſter Daniel Specklin,
der 1576 auf Befehl des Erzherzogs Ferdinand eine Land-
1s karte des Elſaſſes zu fertigen hatte, nicht leichtſinniger⸗
weiſe mehr geſehen hat, als vorhanden war, ſo hatte es
zu ſeiner Zeit „viel heidniſche Antiquitäten und viel alte,
römiſche Inſchriften da oben, davon viele ausgebrochen
und in fremde Länder verführet worden“. Von dem jen—
ꝛ20 ſeits der Magel ſich am Fuß des Heidenkopfes dehnenden
Rosheimer Wald erzählt man noch heute, daß darin eine
uralte Goldgrube betrieben, und daß beim Ausſtocken viel
heidniſche Münzen ein Meter tief im Boden gefunden
worden. L
25 Der Kapelle „Girbaden“ tut 1192 eine Bulle des Pap⸗
ſtes Cöleſtin III. Erwähnung. Nach dem Ausſterben der
hier gebietenden Grafen von Egisheim-Dagsburg im
Mannesſtamm entſtand um Girbaden Streit. Kaiſer
Friedrich der Zweite verlieh 1226 dem Biſchof Bertold
z° von Straßburg „das neue vor Girbaden neuerlich er⸗
baute Schloß“ zu Lehen, aber der Gemahl der dagsburgi-
ſchen Erbtochter Gertrude, Graf Friedrich von Leiningen,
nahm es mit den Waffen in der Hand für ſich in Anſpruch.
Seit einem 1239 geſchloſſenen Vergleich verblieb es dem
35 Bistum Straßburg, als deſſen Belehnte 1395 Herren von
Hohenſtein, 1477 von Landsperg und Ratſamhauſen zum
Stein urkundlich erſcheinen. Es mag oft fröhlich gezecht
worden ſein, wenn der große, mit Federn geſchmückte Filz⸗


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