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200 Reiſebilder.
der Felſenwände mit in ihr Verteidigungsſyſtem ein—
beziehend, innerhalb der Ebene Bloss, des Odilienkloſter-
bezirks und des mit dieſem zuſammenhängenden nörd-⸗
lichen Berges einen Flächenraum von mehr als einer Mil⸗
lion Quadratmeter oder einhundert Hektaren umfaßt und
über zehntauſendfünfhundert Meter oder nach alter Rech-
nung zweiunddreißigtauſenddreihundertvierundzwanzig
Fuß im Umfang hat. In gerader Linie berechnet, ſoll ihre
ganze Länge dreitauſendundſiebenzig Meter oder neun—
tauſendvierhundertfünfzig Fuß betragen.
Solcher Art waren die Bergbefeſtigungen der galli—
ſchen Oppida, wie ſie Cäſar überall angetroffen und ge—
ſchildert hat.
Innerhalb ſolcher Umwallung bei den von Druiden
oder Druidinnen gehüteten Heiligtümern der Götter und
Begräbnisſtätten der Menſchen verſammelte ſich in ge—
weihter Fahreszeit die Bevölkerung eines Gaues zu Opfer
und Volksgemeinde, wie Lucanus ſingt:
„zu dem barbariſchen Götterdienſt und dem ſchrecklichen Feſt⸗-
brauch“,
hier wurden Orakel erteilt, Gottesgerichte und Märkte ab⸗
gehalten, über Frieden und Krieg beſchloſſen. Von hier
loderten in heiligen Nächten und Sonnwendzeiten die
Feuerzeichen hinaus in das Flachland; hier, wenn der
Krieg ausbrach, ward hinter feſtem Steinwall und der
ihn umſperrenden Dornhecke des Feindes letzter Angriff
erwartet und als letzte Gegenwehr mit Anzündung des
dürren Holzwerks der Berg in Rauch und Flammen ge—
hüllt.
Die Erinnerung an ſolche uralte Heiligkeit des Berges,
der, den Göttern geweiht und des Geſamtvolkes Feſte,
keinen Waldbeſitz oder Feldbau einzelner duldete, war
noch lebendig, als längſt die Verehrung der heiligen Odilia
an Stelle der vogeſiſchen Gottheiten getreten war. Eine
merkwürdige Urkunde des biſchöflichen Archives zu Straß⸗
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burg (E. 468) aus dem Fahre 1190 — von den ſeitherigen 25
Geſchichtſchreibern wenig gekannt, erſt in Hanauers „Con-
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