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Skizzen aus dem Elſaß. 201
stitutions des campagnes de l'Alsace“ veröffentlicht, be—
ſagt: „Ich Biſchof Conradus. tue kund und zu wiſſen
allen... daß etliche Satzungen, vom Stifter der Hohen⸗
burger Kirche, Adalrich, dem Vater der heiligen Odilia
ausgegangen und ſeither auf Hohenburg treulich bewahrt,
in wahrheitsgetreuer Überlieferung uns zu Gehör kamen:
„Es iſt eine Satzung, daß kein weltlicher Menſch ein
Hofgut beſitzen oder ein Haus bauen darf auf dem Hohen⸗
burger Berge, außer wenn es die Abtiſſin auf Grund der
Notwendigkeit erlauben wird, denn die ganze Area des
Berges bis zur Kapelle des heiligen Fohannes Evan-
geliſta iſt ein Friedhof der Toten, nach uralter Landes-
verfaſſung.
„Dazu iſt es ferner Satzung, daß innerhalb der Um—
friedung der Heidenmauer kein Menſch einen Acker bauen
oder ein Haus aufrichten oder von irgendwoher ſich ein—
niſten ſoll ohne Erlaubnis der Abtiſſin, denn es iſt ſaliſches
Land (quia salica terra est).“
Unter ſaliſchem Land aber iſt dasjenige zu verſtehen,
welches ſchon in Römerzeit zu öffentlichen Zwecken dem
Einzelbeſitz entzogen, von den merowingiſchen Eroberern
dem Reich zu Zwecken der Geſamtheit zugeſchieden ward.
Sogar in die Litanei der heiligen Odilia hat ſich, den
geiſtlichen Verfaſſern unbewußt, eine Erirnerung an die
Zeit eingeſchlichen, wo nicht die gute chriſtliche Heilige,
ſondern die gute heidniſche Befeſtigung des Berges das
Elſaß beſchützt hat. Die Gläubigen beten noch heute:
„Heilige Odilia, ſicheres Refugium der bedrängten Be—
völkerungen in Zeiten des Krieges und der Verfolgung,
bitt' für uns!“
Wer nun der Mediomatriker und Tribokker' halbmythi⸗
ſcher Vorzeit einen Gang widmen will, der wandert, mit
Schweighäuſers und Thomaſſins Plan ſachdienlich ver—
ſehen, vom Kloſter ſüdöſtlich erſt zu dem Bekkenfels. Zwei
35 kieſelreiche Sandſteinblöcke, etwa vier Meter hoch, ruhen
hart nebeneinander, auf einer Unterlage von gleichem
1 Keltiſcher und keltiſch-germaniſcher Stamm in dieſen Gegenden.
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