Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-4
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (4)
[1919]
Seite: 204
(PDF, 113 MB)
Bibliographische Information
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke4/0204
204 Reiſebilder.

vorkommen. Da man von hier aus eine ganze Seite des

Berges mit allem Gegenüber bis zu den mit Melkereien

beſetzten Hochebenen des „Champ du Feu“ und der
„Sutt“ wächterlich beſpähen kann, paßte er zu einem
Wachtpoſten.
Anderthalb Kilometer von hier gen Nord befinden ſich
unweit der unmittelbar oben ziehenden Heidenmauer die
von Archäologen viel erörterten Druidendenkmäler, ein
Abhang mit ſtehenden und liegenden Blöcken, mehrere
als Schutzdach querüber gelegt, ſo daß ſeparate gedeckte
Gevierträume entſtehen, in denen mehr gekrochen als ge—
gangen wurde — primitive Wald- und Felseinſiedeleien,
ſehr heimlich und unheimlich, Dachsbauen vergleichbar,
wo der Bewohner in Moos eingegrabene Sprüche der
Weisheit ausdenken oder die rauhe Winterszeit verſchlafen
konnte. Ob nun in dieſen nach vorn offenen Grotten
einer jener Dolmen zu erblicken, die zu Druidenbiwak
oder Feerei geheimnisvoller Wildwaldfrauen dienſam
waren, laſſen wir ohne Kummer unentſchieden. Näheres

—4

0

ſamt Plan teilt C. F. Oppermann mit in dem „Bulletin 2

der elſäſſiſchen Geſellſchaft für Erhaltung geſchichtlicher
Denkmale“, zweiter Serie erſter Band, Seite 178.
Die Römer, ſeit Cäſar Herren im Elſaß, nahmen die
„Septa gentilis muri“, die ganz den Grundſätzen ent—
ſprachen, die ihr Ingenieur Hyginus in ſeinem Traktat
von den Lagern aufgeſtellt hat, in neue Verwendung,
tilgten das Druidenweſen und verſtärkten das Zentrum,
da, wo jetzt das Kloſter ſteht, mit einem Kaſtell, als deſſen
Erbauer oder Erneuerer Diokletians Mithelfer im Grenz-
krieg gegen die Germanen, Maximianus Herculeus, ge—
nannt wird. Neben dieſem Prätorium war als Tempel
eine Rotunde errichtet, die erſt 1734 abgebrochen wurde.
Es hat Wahrſcheinlichkeit, daß die von Alemannen und
Franken drohenden Gefahren in den Zeiten der Kaiſer
Julian und Balentinian Anlaß zur Erweiterung der Be—
feſtigungen gaben, und daß die Ringmauer des nördlichen
Berges, des Heidenkopfes, ſowie das Kaſtell Girbaden
damals angelegt wurden. Zum letztenmal klirrten rö⸗


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