Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-4
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (4)
[1919]
Seite: 221
(PDF, 113 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke4/0221
Säckinger Epiſteln. 2. 221

Das Amthaus und der Gaſthof „Zum Knopf“ ſind bis
jetzt die beiden Pole geweſen, um die ſich meine hieſige
Exiſtenz drehte; — daß ich noch nicht weiß, wie es 100
Schritte von Säckingen in der Welt ausſieht, das habe ich
s diesmal nicht mir ſelbſt, ſondern dem ungeheuerlichen
Sgcpchnee zuzuſchreiben.
Wenn ich neue Entdeckungen an Land und Leuten ge—
macht haben werde, dann ſchreib' ich Euch meine zweite
Epiſtel. Für heute iſt der Stoff erſchöpft. Ich hoffe, daß
1° Ihr mir bald einen ſchriftlichen Gruß ſendet und alle
Briefe, die etwa an mich angekommen ſind, vor allem
aber die Münchener'. Sodann bitte ich, für den langen
Braun“ eine italieniſche Empfehlung auszuwirken.
Ich ſelbſt bedarf vor der Hand hier nichts weiter, als
15 deſſen, was ich mitgebracht habe, und erlaſſe Euch jede
weitere Zuſendung von Kleidern und ähnlichem.
Das ganze Haus wolle ſich als herzlichſt von mir ge—
grüßt betrachten. Zch ſchließe mit der Verſicherung meiner
unveränderten Hochachtung und einem einfachen: Leben
20 Sie gefälligſt wohl!
— In treuer Liebe

Joſeph.

Zweite Epiſtel in die Heimat.
Säckingen, den 13. Januari 1850.
25 (Wie der Doktor Scheffel ſeine erſte Ausfahrt in den „Wald“ gehalten
und dabei den Balthes Nicker, mehrere Schneeland ſchaften und andere
Hauenſteiner Biedermänner ſowie den „Meyſenharts Zoggele“ ken-
nengelernt hat.)
Heute ziehen wir ein doppeltes Paar wollene Socken
ꝛo an und ſuchen unſere wärmſten Handſchuhe vor und leihen
bei der Kellnerin „Im Knopf“ ein Paar Salbandüber-
ſchuhes, und der Amtschirurg Vogelbacher ſetzt ſeine alte

1 Von der Münchener Studienzeit her ſtand Scheffel mit Auguſt
Eiſenhart in lebhaftem Briefwechſel. — ² Scheffels Landsmann und Zugend-
freund, der Archäologe Julius Braun (1825—69), ging damals auf der
Rückkehr von einer Orient- und griechiſchen Reiſe nach Italien. — ⁸* Salband
heißt das natürliche Ende in der Breite des gewirkten Tuches; aus dieſen feſten,
bei der Verarbeitung des Tuches abgeriſſenen Streifen werden Schuhe geflochten.


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke4/0221