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230 Epiſteln.
das Ziel gerade vor euch liegt, fahrt ihr den Weg links,
und nach ein paar Fahren Frrfahrt ſeid ihr wieder am
alten Fleck und habt euch höchſtens noch eine gelinde Er⸗
kältung zugezogen. Erſehet hieraus ferner, daß es noch
viel zwiſchen Himmel und Erde gibt, wovon nichts in
euren Kompendien ſteht, z. B. mich, den Meyſenharts
Zoggele, — und wenn euch eure Lebensbahn, was noch
öfter vorkommen wird, wieder einmal ganz anders wohin
verſchlägt, als wohin euer Dichten und Trachten war, ſo
denkt an mich und an die Logik von uns kleineren Geiſtern
und jungen Teufeln, die auch ihre Berechtigung hat. Im
übrigen nehmt jetzt ein Glas Kirſchenwaſſer zu euch und
gehabt euch wohl, Herr Doktor!“
Ich meinerſeits ließ mich auf den erſten Teil dieſer
Meyſenharts Foggeleſchen Standrede im Gefühl meiner
Souveränität nicht weiter ein, fand jedoch ſeinen ſchließ—
lichen Rat ſo vernünftig, als wenn ich mir ihn ſelbſt er—
teilt hätte, trank in ſtillem Grimm einen Bittern, ſagte
dem Bürger Poſtillon noch einige Grobheiten, ließ mir
vom alten Balthes noch den germaniſchen Troſt erteilen,
daß es ſo trotz alledem beſſer gegangen ſei, als wenn der
des Wegs unkundige Poſtillon uns den Berg hinab nach
Säckingen gefahren hätte, da er auf der neuen Straße
noch leichter hätte aus der Bahn kommen und uns das
Vergnügen eines Sturzes in die Tiefe bereiten können;
ä— und nach kurzem gedachte ich der weißen Zipfelkappe
und des „Schlafe, was willſt du mehr?“, legte mich ſamt
dem Aktuario aufs Ohr und entſchlummerte.
Des andern Morgens fuhren wir dann bei guter
Stunde wieder weiter, mußten abermals zum Erſtaunen
unſerer Freunde von geſtern abend durch Egg, fanden
diesmal den rechten Weg und hielten wohlbehalten nach
herrlicher Bergfahrt unſern Einzug in der „getrewen und
feſten Waldſtadt Säckingen“.
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Wie wir aber des Abends im Wirtshaus zu Säckingen 236
unſere Frrfahrten erzählten und ſämtliche Gäſte einver-
ſtanden waren, daß das lediglich dem Bürger und Geiſt
Meyſenharts Foggele zuzuſchreiben ſei, da ſchmunzelte
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