Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-4
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (4)
[1919]
Seite: 252
(PDF, 113 MB)
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252 Epifteln.

Fridolinifeſt und kein Brennetwirtshaus, keinen Grenz-
acher Weißen und keine kurzaufgeſchürzten Wäldermaidli
gibt, und ein anderer ſang:
„Und mein Vater hat's g'ſagt
Und mein Mutter hat's denkt
Und Soldat muß i werden
Beim erſten Regiment —
Und zwei Kreuzer den Tag!
Daß ein Kreuzdonnerwetter
Vom Himmel drein ſchlag!“

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Daß es bei Fuhrleuten und ledigen Burſchen mit Sang

und Trunk hoch herging und mancher ſich ein gedoppeltes
Selbſtbewußtſein antrank, war erklärlich, trotz des Frido—

linitages. Aber wer ſaß am dritten Tiſch? wer brummte

auch ganz vergnüglich zu all den Schelmenliedlein drein
und blies ein Schöpplein Grenzacher nach dem andern
trotz des Fridolinitages? Wehe! wehe! es war unſer
würdiger Freund, der Herr Pfarrer von Oflingen; und
auch er hatte dem ehrlichen Fridolin zu Ehren des Guten
zuviel getan! Der See und der Fridolinitag muß ſeine
Opfer haben! Und er wollte uns noch eine Sage vom
Harpolinger Schloßfräulein erzählen, — aber er brachte
ſie nimmer zuſammen, die Schloßmauern ſchwankten, die
Berge bewegten ſich — es blieb beim ſchwachen Verſuch.—
Was Wunder, daß am End' auch das Bezirksamt
Säckingen etwas angeheitert nach Hauſe ging, und wenn
durch die mondhelle Nacht noch manch helles Zuchzen
heimkehrender Pilger vom Eggberg herab und weit hinten
vom Wald her ſchallte, ſo hielten der Aktuar und ich es für
unſere Schuldigkeit, den Gruß mit gleichem Juhuuuun —!!
zu erwidern; was wir vielleicht an einem andern als am
Fridolinitag nicht ebenſo energiſch getan hätten.
Alſo verklang mit hellem Juhunuun! der 10. Märzen
1850, der Tag des heiligen Fridolinus.
Als wir aber ein paar Tage ſpäter mit dem Pfarrer
von Öflingen zuſammentrafen und ihn baten, die Ge—
ſchichte vom Harpolinger Schloßfräulein fertig zu er—
zählen, und als er am ſchiefgezogenen Mund des Fragen—



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