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Säckinger Epiſteln. 6. 255
und wo unſer Herrgott an einem Wirtshauſe mit dem Arm
winkt, da iſt er eingekehrt, und einen Heimatſchein hat er
nicht, den hat er dem ſchnöden Wirt als Pfand für die
letzte Zeche, die er nicht zahlen konnte, zurücklaſſen müſſen.
5 Und was kann er dafür, daß ihm das Trinken beſſer
ſchmeckt als das Arbeiten, und daß er dem Spruch folgt:
„Lieber ein' leeren Darm als einen müden Armi!“ — —
Zweckloſes Umhertreiben! Wie oft hat ſich der Polizei—
reſpizient als fahrender Schüler ſelber aufs zweckloſeſte
io umhergetrieben und möchte jetzt lieber die Ausſagen des
Inkulpaten ſo zu Protokoll diktieren, wie es jenes lieder-
liche Brüderlein ins „Knaben Wunderhorn?“ geſungen hat:
„Und weil ich nun gegeſſen hatt', da ſollt' ich auch bezahlen,
Da fragt' ich, was die Mahlzeit koſt', da ſprach der Wirt: ‚Ein
Taler!“
15 Ei Mutter Gottes ja,
Maienblümlein bla —
Da hat ich keinen Taler. —
Der Wirt, der zog mein Röckle aus
Und jagt mich in die Scheune.
20 Ei Mutter Gottes ja,
Maienblümlein bla,
Wie lang ward mir die Weile! G
Und als ich gegen Morgen kam, da träufelt's von dem Dache
Ei Mutter Gottes ja,
Maienblümlein bla —
Da mußt' ich ſelber lachen.
Und als es gegen Mittag kam, da zog der Wirt mein Käpple aus
Und jagt mich auf die Straßen.
Und als ich auf die Straße kam, — die Schuh' war'n ſehr zer⸗
brochen,
*
30 Ei Mutter Gottes ja
Maienblümlein bla —
Da lief ich auf den Socken.“ —
Leider muß das biedere Subjekt bei Waſſer und Brot
in den Turm, — die Poeſie verhüllt ihr Antlitz und trauert.
356 — — Rrr — ein ander Bild! Ein anderes „Individuum“
wird vorgeführt.
1 Bgl. oben, S. 74. — ² Band 2, S. 274, „Trinklied“.
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