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Säckinger Epiſteln. 7. 269
achten gelernt hat; gedachte vielmehr, um ſyner Wander-⸗
fart eyn vernünftigen Zweck zu geben, wo ihm eyn
gut gehopfter Trunk Bieres geſchenket werden könne,
brummte in Bart und ſprach: „Schon guet, graues In—
ſekt, ſo ihr mir aber nit in kurzer Friſt eyn rechtſchaffen
Herberg anzeiget, wird unſer Bekanntſchaft eyn ſchnell
End nehmen.“ Sprach das Erdmännlein: „Eyn fahrend
Schueler findet überall Unterſchlupf, ohne zue wiſſen war⸗
umb; ſchüttelt den Saektinger Staub von euren Sohlen
und folget mir, und ſo ihr mir nimmer auf den Fueß
tretet, könnt ihr noch allerhand erſchauen, wovon euch der
Pater Zobel bei der letzten Miſſion nichts gepredigt hat.“
Alſo klopfte das Erdmännlein an eyn mächtig Fels—
ſtück, ſo eynem Spalt vorgeſchoben war, und wich das
Felsſtück zurück, und that ſich ein Gang auf, von dem keyn
End abzuſehen war. Sintemal der Dr. ſchon ſolche Gaeng
manigfalt beobachtet, wie ſie von wyſen Herbergsvätern
an kuehle Berghalden eingehauen werden und man ſie
Felſenkeller nennet, faſſete er ein merklich Zutrauen und
folgete dem Männlein. Selbiges aber ſchleppte zween
großer Kienſpäne bey, und zündeten ſie an, und fuhren
ſchwygſam in den Gang yn. Und war der Gang kaum
von des Dr. Hoehen, und ſtieß ſelbiger das Haupt oft—
mals an. Und ſo oft er an dem Felsgeſtein ſeinem Schä⸗
del Weh zufügete, lachte das Männlein und ſprach: „Ihr
wiſſet halt nit, wozu das Haberbrod und der kleine Koſtets
gut iſt.“ (Bader, p. 18².) Waren ſchon tief yngefahren, und
wurde dem Dr. der Gang bald zu eng, und ſtieg mehr⸗
malen der boes Gedanken in ihm auf, ob er nit mit ſynem
Stechpalmſtock dem Männlein eyn anſehnlich Tracht Säk⸗
kinger Prügel als Recompens für ſothane Führung auf-
meſſen wollte, da wich wiederumb eyn Felsſtück auf des
Männleins Klopfen zurück und kamen in eyn groß für⸗
nehm Hallen. Und war es eyn majeſtätiſch Pracht, wie
s55 das Gefels übereinander gefüget war und im Kienſpan-
1 Bgl. über dieſe „Miſſionen“ oben, S. 65. — ² Das iſt Bernhard Baader,
Volksſagen aus dem Lande Baden (Karlsruhe 1851), wo die hier benutzte
Sage von der Erdmännleinshöhle erzählt iſt.
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