Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-4
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (4)
[1919]
Seite: 296
(PDF, 113 MB)
Bibliographische Information
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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296 Epiſteln.

in blanken, knappen Unterhoſen und ſprach: „Questo no,
illustrissime'!!“ Wie aber das mailändiſche Weibervolk
dieſe nicht-unierten Unterhoſen anſichtig wurde, da er—
griff ſie ein jäher Schreck, und ſie verſchwanden mit hellem
Geſchrei. — Der Kapellan aber ſagte zu einem öſterreichi⸗
ſchen Offizier, der ihm ob dieſes Hoſenmangels ſein Er⸗
ſtaunen ausdrückte: „Glauben S' denn, daß i bei der Hitz'
für die Italiener auch noch ein paar ſchwarze Oberhoſen
anziehen werd'?“ Alſo trank derſelb ruhig ſein Seidel
weiter.

Caput V.

Hier ſchließt der erſt' Bericht des Doctoris Scheffel.
Und ſitz' ich zur Zeit in Genua und ſchau' vergnüglich aufs
blaue Meer hinaus und hab' noch kein Heimweh nach
Bruchſal*“. Bitte zu entſchuldigen, daß ich unfrankiert
ſchreib', aber Piemont gehört nicht zum Briefmarkenver-—
ein. Von Rom wird frankiert. Und werd' ich heut noch
nach Livorno ſteuern, und wenn ich in Rom, Café Greco,
einmal eine Epiſtel des Engern vorfinde, ſo ſoll mir das
eine große Freude ſein, und hoffe zuverſichtlich darauf,
denn ein Gruß aus germaniſchen Landen tut in dieſer
welſchen Fremde doppelt wohl. „Der Wein in Genua
taugt nicht viel.“ Förſter, Reiſehandbuch, pag. 248.
Mit vielen herzlichen Grüßen an Alt-Heidelberg.

10

15⁵

J. Sch. 25

* Hort war Verfaſſer vor Antritt dieſer Reiſe als Sekretär am
Hofgericht beſchäftigt.

1 „Hies nicht, meine verehrten Damen!“ — ² Ernſt Förſter (1800—85)
in München, Schwiegerſohn Zean Pauls, Maler und Kunſtſchriftſteller von
großer Fruchtbarkeit, gab 1840 ein „Handbuch für Reiſende in Italien“ heraus;
in der 4. Auflage, S. 248 (München 1848) ſteht bei der Schilderung Genuas:
Der Wein taugt nicht viel.“


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