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312 Epiſteln.
ſo wenig gehalten wie Ludovicus Napoleon ſeinen Eid
auf die Konſtitution, uns behufs größerer Erſparnis, die⸗
weilen er die Verköſtigung übernommen, an namhaften
Städten vorbeigeführt und in Dorfkneipen eynquartieret,
allwo bei ſaurem Landwein und giftigem Flohſtich wir
Paſſagier' daſaßen, gleich Hiob und ſeinen Freunden. Be—
nahm ſich übrigens mehr als „Freund“ und Direktor der
Reiſe und hatte das gewöhnlich' Fuhrmannsgeſchäft eynem
Untervetturin übertragen, ſo ebenfalls eyn würdiger
Biedermann war.
War dieſer letztere eyn ſtolzer Römer, ſo behauptete,
Roma ſey caput mundi, Florenz aber nur eyn elend Neſt,
hatte eyn durchtrieben Geſicht, eyn ſchwarzen Zwickel—
bart und den Hut ſchief auf dem Kopf ſitzen; und waren
in ſeiner Vergangenheyt etzliche Jugendfehler und er—
rores in politicis' vorgekommen, alſo daß die Rückkehr nach
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Rom für ihn mit eyniger Schwierigkeyt verbunden, hatte
nämlich dorten ſeyner Zeyt, wie eyn ſtolzer römiſcher
Fuhrmann, Anteil am republikaniſchen Veſen genommen
und den Grund des Übels in den goldbeſetzten Kardinals-
karoſſen gefunden, alſo daß er an deren Verbrennung
eifrig mithalf; hernachmals unter Garibaldi gedient und
trug noch eyn Stammbuchblatt an ſich, ſo ihm die Fran—
zoſen an der Breſche des Tors Pancrazio geſchrieben,
nämlich eynen Bajonettſtich im Knie und eynen Schuß
im Arm. Führte den Wagen deshalb nur bis zur Grenz'
am Traſimener See, war aber in ſeinem toskaniſchen
exilio noch nit auf anderweyt' Anſicht verfallen, ſondern
trieb als Fuhrmann die politicam in alter Weiſ' weiter,
alſo daß er die zwey alten Röſſer am Wagen Carlo
Alberto traditore und Pio nono getauft hatte und mit
der Peitſch' auf deren Rücken den ganzen Groll eynes Ver⸗
bannten ausließ.
Iſt aber zu bemerken, daß er am letzten Tag, als es
der Grenz' des Kirchenſtaats zuging, ſeinen Röſſern andere
Namen aus dem gewöhnlichen Pferdskalender gab, auch
1 Pollitiſche Zertumer.
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