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Gedenkbuch über ſtattgehabte Einlagerung auf Kaſtell Toblino. 459
20. Von vielem, was noch zu erzählen wäre, aber nicht
mehr erzählt werden mag.
1) Von den Plätzen, wo der Meiſter Anſelm gemalt
hat.
5 Von dem Naturatelier am Waſſerfall in der Fudi—
cariaſchlucht.
Von dem großen Granitblockmotiv.
Von der untermalten Madonna, die Sommaͤdoſſi der
Alte als Geſchenk für ſeine Kapelle erhalten ſollte.
10% Von derſelben Madonna, die Sommadoſſi der Alte
als Geſchenk für ſeine Kapelle nicht erhielt, die vielmehr
als Leinwand für die Granitblocklandſchaft verwendet
wurde.
Wie wir mit derſelben Madonna in der Barke über
1s den See fuhren. Wie etliche Tage darauf im ganzen Tal
erzählt wurde, daß einem Hirtenknaben von Calavin die
Madonna erſchienen ſei.
Von der Flucht nach Agypten, die ebenfalls mit einem
Granitblockmotiv zugedeckt wurde.
20 Von der Landſchaftsmalerei überhaupt und ihrem
Verhältnis zur Hiſtorienmalerei im Sarcatal.
Wie Candidus der Poſtverwalter ſich ein Herz faßte
und mit ſeiner jungen Frau gemalt ſein wollte.
Wie der Meiſter Anſelm den Poſtverwalter und ſeine
25 junge Frau nicht, dagegen einen alten Waldhüter ge⸗
malt hat.
2) Von dem Poetenwinkel, wo der Meiſter goſephus
die Geſchichte von der Frena von Spielberg zuweg brin⸗
gen wollte'.
30 Von Herrn Dietrich von Rodenſtein und ſeinem
Freund Chriſtoph Langenmantel von Augsburg.
Von intendierter Beraubung des Biſchofs von Tor-
cello.
Wie der Meiſter Joſephus ſteckenblieb und den Herrn
35 Dietrich nicht einmal bis nach Benedig brachte, wo er die
Frene erſt kennenlernen ſollte.
1 Bgl. „Scheffels Leben und Werke“, Bd. 1, S. 29*.
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