Universität Freiburg. Institut für Ur- und Frühgeschichte, Frei 86: M/SCHNEI
Schneider, Wilhelm
Die römischen Bildwerke an der Belsener Kapelle
Tübingen, 2000
Seite: 11
(PDF, 15 MB)
Bibliographische Information
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Varia

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einen Fruchtbarkeitszauber betreiben . Aus diesem Grund ist das
Männchen im Jahre 1771 auf Veranlassung des Ortspfarrers zerschlagen
worden . Dazu:

Erich Strassner S. 92 : Wägemann berichtet uns in seinem
1712 erschienenen Traktätlein auch von einem Kult , der mit
dem Stein getrieben wurde : Der Teufel spiegle es denjenigen
, welche fest daran glaubten , vor , wenn sich eine unfruchtbare
Frau auf diesen Stein setze , ihr seine Berührung
Fruchtbarkeit verleihe .

Ebenda S. 73 : In Emmetzheim scheint der Kult , der mit
dem Stein getrieben wurde , Anstoß erregt zu haben . Im
Jahre 1771 ließ der damalige Ortspfarrer "aus heiligem Eifer"
den Stein vollständig zerschlagen und seine Reste wegräumen
.

H. Koschik in : Führer zu archäologischen Denkmälern in
Deutschland Band 14 , 1987 S. 21 : Von den Fundstücken von
Emmetzheim , bei denen es sich nach heutiger Auffassung
um verschleppte römische Weihesteine aus dem benachbarten
Weißenburg handelt , ist nur noch ein Fragment erhalten .

Dass die Kultsteine sich ursprünglich in Weißenburg befunden haben
, ist keineswegs sicher. Sie können auch aus Emmetzheim
selbst stammen. Dort sind mehrere römischen Villae rusticae
ausgegraben worden . Es wird auch berichtet , dass verschiedene
Funde aus wilden Ausgrabungen heimlich von Emmetzheim nach
Eichstädt gebracht worden sind , darunter eine ungeheure weibliche
Figur und mehrere Inschriftensteine ( heute verschollen).
Nach der Sage soll in Emmetzheim auf einem deutlich erkennbaren
Hügel ein alter heidnischer Tempel gestanden haben, der, wie
ein von König Ludwig I. von Bayern vor der Kirche angebrachter
Gedenkstein berichtet , von Karl d. Gr. zerstört worden sei .

In Weißenburg hat einst das am rätischen Limes gelegene römische
Kastell Biricanis gestanden. Dort sind Aufsehen erregende
Funde aus der späten Römerzeit gemacht worden .

Hans-Jörg Kellner in : Festgabe für Max Spindler zum 90.
Geburtstag , hrsg. von Andreas Kraus 1984 S. 158 : Einen so
großen, qualitätsvollen und bedeutenden Fund hätte man in
dieser unwirtlichen "Nordprovinz" nicht erwartet. Der bisherige
Stand der Bearbeitung läßt annehmen , dass es sich bei
dem Weißenburger Fund um das Inventar eines Tempels
handelt, das im 2. Drittel des 3. Jahrhunderts vergraben
wurde.

Schwäbisches Tagblatt ( Nummer nicht notiert ): Dem antiken
Biricanis fiel unzweifelhaft eine Zentralfunktion auf der


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