Universität Freiburg. Institut für Ur- und Frühgeschichte, Frei 86: M/SCHNEI
Schneider, Wilhelm
Die römischen Bildwerke an der Belsener Kapelle
Tübingen, 2000
Seite: 28
(PDF, 15 MB)
Bibliographische Information
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Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



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anderen Funde erwarten, eiserne Gegenstände, Münzen und
Reste der Heizung , die jedoch fehlen.

Dafür, dass auf dem Kapellenberg ein gallo-römisches Heiligtum
gestanden hat , spricht ferner , daß die Kapelle weit außerhalb
( etwa 1 km ) des Ortskerns von Belsen liegt , das früher ein kleiner
Weiler gewesen ist . Dazu :

Oscar Paret S. 17 : Bei abseits von heutigen Siedlungen
stehenden Kirchen und Kapellen wird man immer an
vorausgehende gallisch-römische Kultstätten denken .

Es ist sogar möglich , dass die Kapelle , jedenfalls aber die in die
karolingische Zeit zu datierende Vorgängerkirche , älter als Belsen
ist und ursprünglich gar nicht zu Belsen gehört hat .

Der Landkreis Tübingen III S. 518 : Ob die erstmals 1485
genannte Belsener Kapelle , die früher weit ausserhalb
des Weilers lag , mit diesem ursprünglich in Beziehung
stand , ist unsicher .

Der Kapellenberg von Belsen ist trotz seiner unbedeutenden Höhe
vom Weitem sichtbar , sogar vom Schwarzwald und vom Oberen
Gäu aus ( Köstlin S. 35 ) . Ähnlich :

Georg Troescher , Zeitschrift für Kunstgeschichte 15 ,
1952 S. 29 : Die Chorturmkirche von Belsen ist auf einem
weithin die Gegend beherrschenden Hügel errichtet worden
.

Es gibt mehrere Beispiele dafür , das gallorömische Heiligtümer
auf isoliert hervortretenden Bergen gestanden haben.

Oscar Paret S. 174 : Ein altes Bergheiligtum stand auf
dem Michaelsberg im Zabergäu oberhalb Cleebronn ( a.
1279 Clobern , keltisch ? ) . Die Funde von Statuenbruchstücken
und zahlreichen römischen Dachziegeln an der
Stelle der alten , schon 793 genannten Michaelskirche lassen
sich nur als Reste eines gallisch-römischen Tempels
erklären, der auf der beherrschend vortretenden Bergspitze
stand. Die Untersuchung durch Paret 1930 ergab an
der Nordseite der Kirche die Ecke eines römischen Baues
( Mauer 0, 40 m stark, rot ausgefugt , noch 5, 60 m lang)
und zahlreiche Ziegel und bemalte Putzreste . Der Bau
liegt in der Hauptsache unter dem Schiff der Kirche . Die
Ecke mag vom Säulengang des wahrscheinlich quadratischen
Götterhauses stammen .

Ebenda S. 174 : Auch auf dem an drei Seiten vom Neckar
umflossenen Michaelsberg bei Böttingen OA. Neckarsulm
darf ein Heiligtum der gallisch-römischen Zeit vermutet


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