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ferungen und Gebräuchen Südwestdeutschlands ( Heft XI
S. 419-502 mit Nachträgen in Heft XIX S. 234- 240 ).
Diese Arbeit ist gegliedert in folgende Abschnitte :
I. Berichte zur Bekehrungsgeschichte und Beispiele für die
langdauernde , bis in die Neuzeit reichende Koexistenz
der Kulte
II. Allgemeine Bemerkungen
III. Christliche Kirchen an der Stelle von gallorömischen
Tempeln , christliche Heilige an der Stelle von
gallorömischen Gottheiten
IV. Die in christlicher Zeit verehrten und aufbewahrten
alten Götterbilder und die in Kirchen eingebauten
Altar- und Votivsteine
V. Die gallorömischen drei Matronen und die heiligen
drei Jungfrauen
VI. Sybille von der Teck und die kleinasiatische Göttin
Kybele
VII. Die heiligen Schimmel von Tuttlingen
VIII. Die Urschel vom Urselberg und die alten Steinopfer
IX. Der Quellen- und Wasserkult
X. Der Kult mit Fußspuren und Felsen
XI. Votivgaben
XII. Das Weiterleben keltischer Bergfeste und Umzüge
XIII. Funkensonntag und Sonnwendfeuer .
Die sagenhafte , in einer Höhle wohnende Sybille von der Teck
mit ihrem von zwei Katzen bespannten Wagen ist die Nachfolgerin
der im Römischen Reich verehrten kleinasiatischen Göttin
Kybele, deren Attribut ein von zwei Löwen gezogener Wagen
gewesen ist . Die Urschel vom Urselberg , der noch im 19. Jahrhundert
Steinopfer gebracht worden sind , mit ihrem Schiff
entspricht der römischen Göttin Isis .
Dazu noch einige weiteren Beispiele :
Josef Fehr , Die katholische Kirche des Mittelalters 1867 S.
17 : Nach dem Brief des hl. Bonifatius an den Papst Zacharias
hatten sich Geistliche und Missionare eingeschlichen,
die des Morgens das unblutige Opfer an den Christengott
erbrachten und des Abends Stiere und Böcke den Heidengöttern
opferten.
Erich Jung S. 394 : In einem von Usener aus einer Münchener
Handschrift von 1468 veröffentlichten Merkblatt für die
Beichte wird ausdrücklich mit Strafe bedroht, wenn einer
von den Häuptern der Tiere nichts essen wollte, weil diese
nämlich in vorchristlicher Zeit der Anteil der Götter wa-
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