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uel pro morte. Cum autem aliquis sanguinolentus ef-
ficitur. si conqueri uult pulset campanam. ad cuius so-
nitum. XXIIII. uenire tenentur. qui lesum lauabunt.
et si fuerit ibi plaga sanguinis. reus pene supradicte
subiacebit. sin autem. id est si plaga sanguinis inuen-
la non fuerit. ille qui pulsauerat rei penam sustinehit.
Quilibet. XXIIII. consulum. XII. den. de curti sua reti-
nebit. nec stabunt in iudicio pro quacumque causa
satisfacturi. nisi pridie facta fuerit eis ore ad os edicetio.
nisi ius ciuitatis infregerint. Quilibet consulum debet
habere bancum unum sub tribus lobiis qui per iura-
mentum a prima fundatione ciuitatis sunt institute.
uno uero consulum mortuo qui in eius locum succe-
det. eundem bancum possidebit. Sunt autem tres lo—
75.) Wird aber jemand blutrünſtig, und will klagen, ſo
ziehe er die Glocke, auf deren Schall die Vierund—
zwanzig zu kommen, und den Verletzten zu waſchen (zu
unterſuchen) verpflichtet ſind. Findet ſich hier eine
Blutwunde, ſo ſoll der Schuldige obenbeſagter Strafe
unterliegen; anders aber, wann nämlich keine ſolche
Wunde zu finden wäre; dann ſoll der, welcher geläu—
tet hat, die Strafe des Thäters leiden.
76.) Ein jeder der vierundzwanzig Rathmannen darf die zwölf
Pfenninge von ſeiner Hofſtätte behalten. Sie ſind auch
nicht ſchuldig, vor Gericht zu ſtehen, wegen was im—
mer für einer Sache genug zu thun, ſo es ihnen nicht
einen Tag zuvor mündlich verkündet worden; ſie hätten
denn das Stadtrecht gebrochen.
77.) Jeder Rathmann ſoll eine Bank haben unter den drei
Lauben, welche von der erſten Stiftung der Stadt an
eidlich beſtellt ſind. Stirbt aber ein Rathmann; ſo
ſoll derjenige, welcher an deſſen Statt kommt, dieſelbe
Bank einnehmen.
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