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terſiegel des Grafen Egon. 3) Taufe Chriſti im Jordan. Umſchrift:
P†. S. COMMENDATORIS. ALSATIE. ET. BVRG. 4) Das
große Stadtſiegel.
L.
Neue Verfaſſungs⸗Urkunde.
(28. Auguſt 1293.)
In Gottes namen amen. Wande daſ leben der lüte korz iſt,
vnd ir gehüge zerganglich, da von ſpülget man ze ſchribene
ſwaſ beſchiht, dor daſ ez ewiklich blibe bi der gehügde der die
nv lebent vnd ooch der nahkomenden, da von ſol ez kont ſin
allen den die diſen brief iemermer angeſehent, daſ diz ſint
dü reht der ſtat ze Friburg in Briſgöwe, mit den ſi
gemachet wart vnd gefriet nah Kölne der ſtat, vnd nah
ir vriheit von herzogen Berhtolden ſeligen von Ze-
ringen, vnd wurden ovbch dü ſelben reht, vnd die vriheit
ſit maleſ beſtetigot von künigen vnd von fürſten. Wande
aber nv der briefe eiltuů, dü ſchrift dü dar ſtat verböſt, da von
ſint diſů ſelben reht an diſen nüwen brief geſchriben, mit wil⸗
len, wiſſende, vnd rat, Graven Egenſ, der herre iſt
derſelben ſtat ze Friburg, vnd obch des rateſ vnd
der gemeinde gemeinlich von Friburg. Diſ iſt daſ
erſte reht. Swenne ein herre der ſtat ze Friburg ſtirbet,
ſo ſüln die burger ze herren weln ſinen eltiſten ſon, der ein
leie ſi vnd elich kint. Swie aber der herre enheinen ſon lat,
ſo fſüln ſi die eltiſtů tohter nemen ze frowen. Dem herren
ſol jegelich hofſtat geben einen ſchilling pfenninge ze zinſe zwi—
ſchent ſante martins meſ vnd wienahten. Vnd ſol iegelich
hofſtat ſin hvndert ſchvohe lang, vnd fünfzig breit. Dü glogge
dü man da lütet ze zinſe dü ſol ſin daſ erſte fürgebot, vnd
ſiver komt inrethalp den zehen fürgebotten vnd ſprichet daſ
er were vſerthalp landeſ, oder daſ er zinſ habe gegeben,
deſ eit ſol man darombe nemen, nah den zehen fürgebotten
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