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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/schreiber1846a/0121
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erhalten, und dazu gegen geringe Vergütung aus der Nahe
von Durlach Steine und Kalk; dazu wurde alle Leibeigen-
schaft in der neuen Stadt für aufgehoben erklärt. Damit
aber das neue Gemeindewesen sich um so schneller heben
möge, wurde eine zwanzigjährige Befreiung von allen Steuern.
Einquartierungen und allen ordentlichen und ausserordent-
lichen Lasten zugesagt. Die einzigen Bedingungen waren die
Aufweisung eines gewissen Vermögens, und die modell-
mässige Erbauung der Häuser. Das Modell hatte der Mark-
graf selbst angegeben nach dem Muster der holländischen
Gartenhäuser. Es sollten kleine, einstöckige Wohnungen
mit Mansardendächern sein. Auch den Plan zu der Stadi
hatte der Markgraf selbst entworfen.
Die erste Anlage der Stadt war fächerförmig; das Schloss,
besonders dessen mittlerer Thurm, bildet den Mittelpunkt.
und von ihm aus laufen wie Strahlen die Strassen, und im
nahen Hartwalde Alleen. Um das Schloss her zieht sich in
einem grossen Bogen der Cirkel, und 9 Querstrassen führen
aus diesem in die Hauptstrasse, die sie durchschneiden.
Diese zieht sich von Osten nach Westen, mit der Mittags-
linie einen rechten Winkel bildend. *) Nahe bei der Sta dt
hatten sich Bauarbeiter und die Dienerschaft angebaut, und
so entstand das jetzt im Bereich der Stadt liegende sogenannte
Kleinkarlsruhe. Die kleine, von Holz erbaute Residenz Karl Wil-
helms hat aber nach Verfluss von lange nicht andertbalh
IJahrhunderten eine Umwandlung erfahren, dass sie nicht
mehr zu erkennen ist. Karl Friedrich that ausserordentlich
viel für die neue Residenz, und seine Nachfolger blieben in
keiner Weise zurück, so dass Karlsruhe, wenn auch keine
der volkreichsten, doch eine der schönsten Städte Teutsch-
lands ist, der nichts abgeht, als die Nähe eines Flusses.
Karlsruhe nimmt gegenwärtig mit 131 Morgen Gartenland

*) Bei der Aussteckung ward ein Fehler begangen, und
der Winkel hat eine Abweichung von 4 Graden.


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