http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/schreiber1863a/0200
169
CXXXIII. Villingen an Schafhauſen.
(25. December 1524.)
Urs langt glaublich an, wie unſer abgefallen Puren im Brygenthal
in euer Statt wandlen, und uns bi den euern hoch verunglimpfen.
Und wiewol wir gantz kein Zwifel haben, daß ihr als die Verſtän⸗
digen und Erberkeit ihnen kein Glauben zuſtellen; noch dann haben
wir euch mit Grund und aller Warheit der Handlungen, wie ſich die
angefangen und zugetragen, wie wir dann den veranlauſten Puren
ouch, lut harin ligender Copy zugeſchriben (Oben Nr. LKXXXVII),
berichten wöllen. Darin ihr aigentlich zu vernemen, wie trüwlich,
früntlich wir gegen den Unſern mit vil überflüßiger Erpietung gehan⸗
delt, aber alles nichts erſchoßen, ſonder ſie in ihrm boshafftigen un⸗
erbern Fürnemen, on alles unſer Verurſachen fürgefaren und ſich
widerumb uff zweihundert ſtark gen Tuneſchingen gelegert um mit
ihrer boshaftigen Praktik ander mehr in ihrn Anhang und Ungehor⸗
ſame zu pringen. Das dann aller Erber⸗ und Oberkeit zu gedulden
und ihnen länger zuzuſehen, uns unlidenlich. Deßhalb wir ſie zu
Tuneſchingen, von dannen ſie gewichen, ſuchen wöllen. Nun haut
F. D. unſer gnedigiſter Herr und Landtsfürſt in diſer Uffruren und
andern derglichen Empörungen ihr treffenlich Rät und Commiſſarien
mit ſonderm Gewalt und Befelch von Inſpruck und ſunſt in dies Land
verordnet, ſo jetzo zu Stockach, ſampt den beiden Regierungen Enſis⸗
heim und Stutgarten verſamlet zu handlen, dero Befelch wir uns ge⸗
horſamen und erwarten. Das haben wir ench, als unſern früntli⸗
chen, lieben und guten Nachpuren, zu denen wir uns verſehen, daß
Euch als der Erberkeit ſolch, diſer ungehorſamen abfälligen Puren bos⸗
hafftig unerber Fürnemen gantz mißfällig, nit verhalten, und wo an⸗
ders an euch gelangte, demſelben nit Globen geben wöllen. Dann
wo wir euch Früntſchaft, Lieb und gute Nachpurſchaft bewiſen künten,
wären wir gantz willig und geneigt. Datum am heiligen Wyhen⸗
nachtag. Anno 24.
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/schreiber1863a/0200