http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/schreiber1863a/0212
181
Zum Dreizehnten. Iſt unſer Meinung, daß wir nit wend hon
oder liden, daß man uns ein Biedermann, der das Recht vertröſten
mag, fahen ſoll und in Diebsthurn legen; es ſei denn ein maleſizi⸗
ſcher Handel.
Zum Vierzehnten. Nimmt unſer Herr von Sulz den Zoll ein,
und müßen wir armen Leut die Straßen machen und in Ehren hal⸗
ten. Iſt uns ein große Beſchwerd.
Zum Fünfzehnten. Muß man an ettlichen Orten zu Acker gon,
daran git man ihnen nüt, und bietet ihnen darzu an andern Orien,
ettliche zween Tag darzu, den Miſt auf die Aecker führen. Wären ettlich
Höf, die ihnen weder Zins noch Zehenden gend, an eitlichen Orten
müßen ſie Miſt gen und den in die Weingarten füren, ein neuer Ufſatz.
An ettlichen Orten muß man ihnen ſchneiden, die Garben einfüren,
und wenn er ustreſcht, müßen wir Stroh und Korn hinweg füren.
Das beut man uns.
Zum ſechzehnten. Hat unſer Herr ein Weingarten zu Lotſtetten,
müßen wir drei Tag ihn werggen, auch die Stecken darein füren.
Beut man uns.
Zum Siebenzehnten. An ettlichen Orten hond wir Hagſtellinen,
die man nennt Efrid, die büt man uns zu hagen; was Straf davon
fallt, nimmt ein Landvogt, und müßen die armen Lüt den Coſten hon.
Zum Achtzehnten. Iſt an ettlichen Orten ein Einung ufgeſetzt
über Korn, Haber und ander Frucht, vierthalb Schilling; davon nimmt
ein Landvogt drei Schilling, an ettlichen Orten dritthalb Schilling, an
ettlichen Orten halb.
Zum Neunzehnten. So biet man uns, daß wir müßen helfen
Jagen, Hagen, das Wildpret und Sailer zurechtführen.
Zum Zwainzigiſten. So müßen die von Lottſtetten jarlicher Stür
gen, vierzig Pfund Heller Coſtanzer Währung. Iſt zum erſten ein Bitt
geſin, jetzt will ers für ein Brauch hon. Das biet man den armen Leuten.
Zum Einundzwainzigiſten. Begiebt es ſich dick und viel, daß man
eim gebeut, und ſo er Recht biet, mag ihm nit helfen; man gebiet
ihm für und für, und giebt ihm zu Antwurt, man wölle ihm eins
Rechten ſein.
Zum Zweiundzwainzigiſten. Beſchwert uns am Jahrgericht und an⸗
dern Gerichten, ſo ein Geſchworner Einen angiebt, ſo muß es wahr ſein,
und mag ihm nicht helfen oder hinter ſich ſtellen, denn mit ſieben Mannen,
meinend ein Geſchworner gelt nit mehr, dann ein andrer Biedermann.
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/schreiber1863a/0212