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Knecht deſter williger bliben, deßhalb wir troſtlicher ſchalten und wal⸗
ten mögen als biderb Lüt. Das wellen wir in allweg gegen Euch
ungeſpart Libs und Guts nachpurlich und früntlich verdienen, und
thund uns hiemit Euch befelbhen. Datum den 3. Tag May An. 25.
Burgermeiſter und Rat zu Laufenberg.
CCXII. Wolf von Hirnheim an Freiburg.
(4. Mai 1525.)
Iß habt on Zweifel wiſſen, wie übel es leider in unſerm Land
ſtat; deßhalb ich mich Ernhalb zu den Meinen, alſo Kentzingen und
den Dörffenn laut ihrs Begerns nit kann oder weiß zu tuen. Son⸗
der ich muß umb meins Herrn und von Eren wegen ſie und alles
das verlaſſen, das ich liebs uff Erden hab. Demnach ſo pitt und
rief ich euch an, als euer Mitpurger, der ouch allzeit ſein Leib, Er
und Gut zu euch ſezen will, in der größten Not: ihr wült in meim
Abeſein mit denen von Kenzingen und den Dörffern, die all an Zwei⸗
fel gern erlich und wol handelten, was ſie verſtienden; demnach ſo
welt mit ihnen handlen, daß ſie wellen bedencken, was Mitleiden und
Erpermbd ich mit ihnen in vergangen Handlungen gehabt und was
Treu, Er und Guts ich von ihr aller wegen gehandelt hab, und daß
ich ſie nit verlaſſen will, dieweil ich leb mit allen Treuen. Daß ſie tun
wellen wie ich tun muß, daß ich umb meins Herrn und von Eren
willen ſterben und verderben will, daß mich kein ander Mutwillen
darzu dringt; und ſie daran weiſen anders nit zu tun, dann wie ihr
tun werden, damit auch meine Verwandten, Hab und Armut bei ihnen
verſichert und by Er inhaben werden, wie ich euer erſam Weisheit
hievor in meim Abeſein das Beſt zu thun och geſchriben hab. Des
will ich mich alſo meim Vertrauen nach entlich und unabgeſchlagen
bei euch verſehen, und darzu umb euer erſame Weisheit früntlich und
willig verdienen. Uff dato dis Briefs iſt Herr Jerg Druchſeß mit
ſeim Hauffen Kriegsvolk umb Tübingen ankomen. Hoff zu Gott, ihr
werdet bald neue Mär hören. Gott der Allmechtig verleihe uns Gnad,
Glück und Sieg uff unſer Seiß. Datum * Tunſtag nach des heilgen
Kreniag An. 25.
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