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(Einlage.)
Wir laußend euch wiſſen, daß wir noch all geſund ſind von den
Gnaden Gottes. Ouch lieben Herren, ſo laußen wir Euch wiſſen,
daß wir an Frytag Morgens (12. Mai) von Wyl im Schönbuch
ußgezogen gen Böblingen, da hond wir die Puren funden, wol 30,000
ſtark, dieſelbigen ſind zwiſchen Böbkingen und Sindelfingen geſtan⸗
den; da haut Herr Jerg Truchſäß das Rennfendlin und noch ain
Feunlin von dem rayſigen Zug hinus ryten laußen uff den Schar⸗
mützell. Dieſelbigen habend ſo waydenlich hinin getruckt, daß ſy ſy
in ain Flucht habend gebracht. Da ſind die andern Reuter und Knecht
ihnen zu Hilff komen und hond ihren wol ſechs tuſend ſtark erſchlagen.
Gott ſye gelopt. Söllichs hond wir Euch nit wöllen verhalten. Aber
fragend den Potten, der iſt darby geweſen, und iſt gefangen worden
von Michel Malern, und ziehend umb und umb fort, mehr Find zu
ſuchen, und iſt Graff Wilhalm uff das dritt Pfärd komen, ſo wol
haut er ſi ch gehalten.
Nit mer, dann was Euch lieb und dieneſt wär, das wärend
wir genaigt zu thund; verſtand es baß, weder ichs ſchriben kann.
Datum in Yl Sambſtag vor Cantate An. 25. (13. Mai.)
Hanns von Falkenſtein,
Michel Maler, Hauns Eben
auull dry von Billingen.
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CCXXXV. Reinbolt Voltſch Amtmann zu Kochers⸗
berg an Claus Kempf , Ammeiſter zu Straßburg.
(15. Nai 1525.)
Ma⸗ willige und ſchuldige Dieaf. Fürnemer, gunſtiger , gnadiger
lieber Herr. Alſo hon ich euer, miner Herren, Burger vier im Schloß
und ein Soldner und ich, haben uns als geſtern Suͤntag allerlei in
diſen ungetrüwen Läuffen unterredt und namlich „als uns nit wißen,
weß Sinus oder Fürnemens die Hauffen ſend, oder wie ſie mit euch,
minen Herren, ſtand. Habent aber harunter ufer Geſchuͤß und Ge⸗
wehr, auch die Weite der Zarg des Schloßes uff unſer Beduncken be⸗
tracht und vermeinen: ſo der Hauff oder die Hauffen mit euch, unſern
Herten, anders dann wol ſtünden oder euch ettwas trotzlichs villeicht
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