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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/schreiber1866a/0021
XXI

Sechzehntens. Klagen oder Beſchwerden der Unterthanen, die
wieder geſchworen haben, gegen Amtleute, Herrſchaften oder
Obrigkeiten, ſind bei dem Erzherzog oder deſſen hiezu verordneten
Räthen anzubringen, wo man nicht geſtatten wird, daß ſie unbilliger
Weiſe gedrängt werden.
Siebzehntens. Sowohl Erzherzog Ferdinand, als die An⸗
wälte der Bauerſchaften für ſich und dieſelben, verſprechen dieſen
Vertrag in allen Punkten ohne jede Widerrede zu halten. Be⸗
ſiegelt wird derſelbe einerſeits von dem Erzherzog ſelbſt, dem
Markgrafen Philipp und der Stadt Baſel, andrerſeits auf
Bitten der Anwälte der Unterthanen und für dieſelben, von den
Städten Straßburg und Offenburg. (Nr. CCCCLVII u. VIII.)
So drückend in manchen Punkten dieſer Vertrag für die noch
verſammelten Haufen der Bauern war, ſo waren ſie doch im Gan⸗
zen zufrieden, dadurch zur Ruhe zu gelangen, und nahmen denſelben
bereitwillig an. „Wir wollen, — ſo erklären ſich ihre Hauptleute
und Räthe im Sundgau, — den Anſtand zu Offenburg auf⸗
gerichtet, treulich halten. Die Bauerſchaft iſt heimgezogen, jeder in
ſein Haus, und verſieht ſich alles Friedens und Gutes zu euch, ihr
Herren. Wir haben auch die Eidgenoſſen und andere Knechte auf
der Straße nach Baſel zurückgeſchickt, die gutwillig abziehen, da
der Friede gemacht iſt u. ſ. w.“ (Nr. CCCCLXII. Beilage vom
24. September.) Zwar fielen immer noch Aeußerungen, welche das
Mißtrauen wach hielten und die Leidenſchaften aufregten. Dieſer
Art war jene eines Bauers gegen einen Geiſtlichen, der nach der
Eidesleiſtung, noch am Ringe ſtehend, auf Rückgabe der ihm genom⸗
menen Habe und Schadenerſatz drang: „es wäre nichts Beſſeres, als
wir ſchlügen noch heutzutage die Pfaffen alle todt.“ Andere ſchwatz⸗
ten wohl auch: „ſie ließen ſich Alles zumuthen, bis die Reiter aus
dem Lande wären; hätten aber ſtets gehört, erzwungener Eid ſei
Gott leid.“ Solche heftige Ausbrüche, in Gegenwart der landesherr⸗
lichen Bevollmächtigten, der Freiherren Gangolf von Geroldseck
und Frowin von Hutten, und des Secretärs Veit Suter,
veranlaßten die Stadt Freiburg, neuerdings auf einen Zuſatz in
die Vorlande für den nächſten Winter zu dringen: „damit den Bauern

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