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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/spemann1924/0034
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H. Spemann und Hilde Mangold: Uber Induktion

geringer Entfernung über dem Umschlagsrand der oberen Urmundlippe.
Immer gehörten sie wenigstens in ihrem hinteren Teile der Einstülpungs •
zone an. Danach hätten sie in einigen Fällen wahrscheinlich ein Stück
Medullarplatte von deren hinterstem Ende geliefert, außerdem sicher
immer Chorda und Urwirbel. Ob auch Darmdach, ließ sich nicht mit
Sicherheit ausmachen. Dies hängt jedenfalls davon ab, wie weit das
Stück seitlich reicht, also bei medianer Entnahme von seiner Breite.

Das Alter der Wirtskeime war verschieden; es schwankte zwischen
dem Stadium der Blastula und dem der vorgeschrittenen Gastrula mit
mittelgroßem Dotterpfropf. Die Einpflanzung erfolgte immer in der
animalen Hälfte des Keimes, hier aber an wechselnder Stelle, teils
innerhalb, teils außerhalb der Einstülpungszone.

Während sich all dies genau bestimmen ließ, Avar das bisher nicht
möglich mit der Orientierung der implantierten Stücke, da diese genau
kreisförmig sind, wie die Mündung der Mikropipette, mit welcher sie
ausgehoben wurden. Das ist ein Übelstand, der bei fortgesetzten Versuchen
überwunden werden muß. Es bieten sich dafür verschiedene
Wege, z. B. Anbringung von Marken, etwa durch Einpflanzung einiger
anders gefärbter Zellen in das Stück vor seiner Aushebung, oder eine
irgendwie zu erreichende charakteristischere Form des Umrisses. Nur
wenn der Organisator in genau zu bestimmender Orientierung implantiert
worden ist, lassen sich mit Sicherheit Beziehungen zwischen
seiner Struktur und der Richtung feststellen, in welcher er auf seine
Umgebung einwirkt.

2. Verhalten des Organisators nach der Implantation.

Alle beobachteten Fälle stimmen darin überein. daß der Organisator
, der zunächst oberflächlich in gleicher Höhe mit der Umgebung
liegt, später ganz oder zum großen Teil in die Tiefe rückt. Die Art
und Weise, wie das geschieht, ist je nach dem Ort der Implantation
verschieden.

Liegt das Implantat innerhalb der normalen Einstülpungszone, so
wandert es mit seiner Umgebung um die Urmundlippe herum nach
innen. Das ließ sich häufig durch fortgesetzte Beobachtung feststellen,
indem das Stück auf den Umschlagsrand rückte oder dicht davor gesehen
wurde; in anderen Fällen war es aus dem Ergebnis der Gastru-
lation zu erschließen.

Eine solche Einrollung implantierter Stücke wurde jüngst schon
von W. Vogt (1922) und O. Mangold (1922 und 1923) beobachtet. Bei
des letzteren Versuchen war es aber indifferentes Material der animalen
Keimhälfte, welches seine Umbildungsfähigkeit auch dadurch bewies,
daß es, obwohl präsumptives Ektoderm, ins Innere des Keims geführt,
zu Mesoderm wurde. Auch war es auffallend, daß ein Implantat aus


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