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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/spemann1924/0036
626 H. Spemann und Hilde Mangold: Uber Induktion

(1922, 132) einen darstellt, können sämtliche Organanlagen, Medullär -
rohr mit Hörbläschen, Chorda, Urwirbel, Vornieren und vielleicht auch
Darm, vorhanden und vernältnismäßig gut ausgebildet sein. Es fehlten
eigentlich nur am Medullarrohr die vordersten Hirnabschnitte mit den
Augenblasen, an der Vorniere die Kanälchen und Trichter, am Darm
die Afteröffnung, und es erscheint nicht ausgeschlossen, daß bei Fortsetzung
der Versuche auch noch vollkommenere Bildungen erzielt werden.

Von dieser sekundären Embryonalanlage stammt nun immer ein
Teil vom Implantat ab, der infolge seiner verschiedenen histologischen
Beschaffenheit scharf gegen die Umgebung abgegrenzt werden kann.
Größe und Lage dieses Bestandteiles sind sehr wechselnd, was jedenfalls
mit der Größe des Implantates und dem Orte, an dem es entnommen
wurde, zusammenhängt. Beim Medullarrohr überwiegt das Gewebe
des Wirtskeimes: eristatus-Zellen können ganz fehlen (z. B. 1922, 25,
Abb. 8 und 9 auf S. 608; 1922, 83, Abb. 18 auf S. 616) oder nur einen
schmalen Streifen büden (z. B. 1921, 8, Abb. 3 auf S. 602; 1922, 131,
Abb. 15 auf S. 613; 1922, 132, Abb. 24 und 25 auf S. 621). Dieser
Streifen ist in den einzelnen Fällen sehr verschieden lang, liegt aber
immer, soweit bis jetzt beobachtet, median, was von theoretischer Bedeutung
ist. Im Gegensatz dazu überwiegt bei der Chorda das Gewebe
des Implantates; ja abgesehen von einem Falle (1922, 83), wo kleine
Zellgruppen des Wirtsgewebes eingesprengt sind (Abb. 18 auf S. 616),
bestand die Chorda immer ganz aus er istatus-Zehen. Die Urwirbel
nehmen eine mittlere Stellung ein: sie können ganz aus er istatus-ZeWen
aufgebaut sein (Abb. 14, S. 612), oder ganz aus Zellen des Wirtskeimes
(Abb. 18 und 25 links); oder aber chimärisch aus beiden zusammengesetzt
(Abb. 18 und 25 rechts).

Das Implantat als Ganzes ist nicht streng an die Medianebene gebunden
, was wieder theoretisch wichtig ist. In einem Falle z. B. (1922,
83) greift es in seinem hinteren Teile weiter nach links über (Abb. 18
rechts), in seinem vorderen Teile weiter nach rechts; es bildet also einen
spitzen Winkel mit der Medianebene (vgl. S.-18/19 und 33).

Diese sekundären Embryonalanlagen zeigen nun eine wechselnde
Orientierung zu den primären Achsenorganen des Wirtskeimes. Sie
können nahezu gleichgerichtet sein und nirgends mit ihnen zusammenstoßen
(1922.132, S. 617ff.); sie können auch in einem mehr oder weniger
spitzen Winkel auf sie zulaufen und am Ende oder seitlich auf längere
Strecken mit ihnen verschmelzen. Soweit sie nicht aus den cristatus-
Zellen des Implantates gebildet sind, müssen sie aus denjenigen Teilen
des Wirtes entstanden sein, welche sich an Ort und Stelle vorfanden
oder unter dem Einflüsse des Organisators dorthin kamen. Ganz
klar ist das für das Medullarrohr; es ist aus Zellen aufgebaut, welche
sonst etwa zu Epidermis der Körperseite geworden wären. Weniger


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