Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., RA gr.2.2014/14-1
Braune, Wilhelm [Hrsg.]
Topographisch-anatomischer Atlas: nach Durchschnitten an gefrornen Cadavern (Text)
1872
Seite: 30a
(PDF, 16 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/topographisch1872-1/0063
an die innere Fläche des Oberschenkelknochens ansetzen; daneben nach
einwärts den müsc. pectinaeus, nach aussen den cruralis. Die arteria
femoralis hat schon die profunda abgegeben, welche auch bereits durch
ein Fascienblatt vom Hauptstamme geschieden wird.

Die drei Adductoren liegen auf der inneren Seite übereinander;
ober- und unterhalb des add. brems die beiden Aeste des nervus obtu-
ratorius, in der Zeichnung fälschlich etwas zu stark angegeben; neben
ihnen die Aeste der arteria circumflexa fem. interna. Weiter nach innen
an dieser Muskelgruppe liegt der bereits fleischig gewordene m. gracüis.

Der sartorius ist mehr in die Mitte herüber getreten, und bedeckt
bereits die arteria fem., welche auch schon eine mehr oberflächliche Lage
zur begleitenden Vene angenommen hat.

Der vi. rectus femoris mit seinem inneren Sehnenstreifen liegt auf
dem cruralis und vastus externus] neben ihm der tensor fasciae latae,
welcher von der Sehne des glutaeus maximus förmlich umfasst wird.

Bemerkenswerth ist das starke Fascienblatt, welches unter ihm vom
glutaeus maximus kommt und sich zwischen vastus externus und rectus
femoris nach einwärts wendet.

Der glutaeus maximus hat noch nicht seine Anheftung an dem
Knochen genommen, sondern setzt sich in dieser Höhe durchaus an die
fascia lata an, deren Stärke auf der äusseren Fläche des Überschenkels
in dieser Höhe besonders bedeutend ist.

Von ihm bedeckt, nach der Tiefe zu, liegt der gemeinsame Kopf
des m. bieeps und semitendinosus; darüber die starke Sehne des m. semi-
membranosus.

Zwischen ihnen und dem adduetor magnus erkennt man den 'nervus
ischiadicus und eine starke Arterie, einen Verbindungsast der a. ischiadica
mit der perforans prima von der a. profunda.

Die Scheibe, deren obere Fläche hier abgebildet wurde, hatte eine
Stärke von fünf Centimeter.

Tab. XXIV. Fig. I. giebt einen Durchschnitt des Oberschenkels
etwas unter dem oberen Drittel. Der Schnitt fiel nämlich, da die Scheibe
der vorhergehenden Abbildung eine Dicke von fünf Centimeter hatte,
etwa sechs Centimeter unterhalb des trochanter minor.

Man erkennt die einzelnen Portionen des m. quadrieeps femoris,
deutlich durch Fascien von einander gesondert. Am hintern Rande des
vastus externus, der von der durch die Sehne des tensor fasciae verstärkten
mächtigen Fascie umkleidet wird, liegt das Ende des m. glutaeus

maximus. Derselbe geht mit einer stark sehnigen Masse an den Oberschenkelknochen
, und grenzt an dieser Stelle die Beugemuskeln vom
lateralen Theile des Streckmuskels ab.

Von den Beugemuskeln, welche den nervus ischiadicus bedecken,
haben sich der bieeps und semitendinosus fast vollständig von einander
getrennt. Der semimembranosus hat auch bereits Fleichmasse gewonnen.

Ueber ihnen liegen die drei Adductoren; zunächst der mächtige
adduetor magnus, auf welchem der adduetor brevis fest aufliegt. Zwischen
diesem und dem adduetor longus die arteria profunda. Auf der andern
Seite des adduetor longus, zwischen ihm und dem vastus internus, befindet
sich der Raum für die a. u. v. femoralis. Man erkennt deutlich die
Form der Gefässscheide, ihre Constituirung durch die Fascienblätter und
den Verschluss durch den m. sartorius, welcher immer mehr auf die
Innenseite des Oberschenkels rückt. Dadurch kommt derselbe auch dem
gracüis, welcher eine ganz ähnliche Form hat, immer näher.

Die Scheibe hatte eine Stärke von fünf Centimeter.

Fig. 2. repräsentirt einen Durchschnitt durch die Mitte des Oberschenkels
, da wo sartorius und gracüis an einander stossen, und der
kurze Kopf des bieeps die Stelle des glutaeus im ligam. intermusculare
extermim zwischen vast. externus und den Flexoren einzunehmen beginnt.
Ausser dem rectus femoris Hessen sich die einzelnen Theile des quadrieeps
nicht mehr vollständig durch Fascien isolirt abzeichnen, dagegen behielt
der rectus mit seiner centralen Sehne immer noch seine isolirte Lage bei.

Die Arterie, welche bedeutend mehr seitwärts zum Knochen zu
liegen kommt als auf den vorhergehenden Abbildungen, liegt noch in
derselben Fascienschcide, zwischen adduetor longus und vastus internus,
bedeckt vom sartorius. Dagegen hat der adduetor longus schon bedeutend
an Mächtigkeit verloren, und der adduetor brevis fehlt bereits in dieser
Höhe gänzlich.

Die arteria profunda ist an der Stelle getroffen worden, wo sie
hart am Knochen den adduetor magnus durchbohrt^ so dass dieser Muskel
auf dem vorliegenden Durchschnitte den Knochen gar nicht berührt.

Die drei Beugemuskeln sind vollständig von einander isolirt und so
an die Rückseite gelagert, dass der nervus ischiadicus seine Stelle bereits
in einer Furche zwischen dem langen Kopfe des bieeps und des semitendinosus
einnimmt.

In Bezug auf die Lage der auf diesen Tafeln gegebenen Durchschnitte
ist noch hinzuzufügen, dass der Schenkel in etwas nach aussen
gerollter Stellung durchschnitten und abgebildet wurde.


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