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Aber die gegenteilige, „idealistische" Perspektive, daß der „Geist" es sei, der
die bewegende Kraft bedeute, macht es sich zu leicht, wenn sie die Wirkung
dieses bewegenden Agens „schließlich und endlich" einmal in mehr oder weniger
ferner Zukunft erwartet — —. Denn mit der Aberkennung der sofortigen
Wirkungsfähigkeit des Geistigen muß dieses wohl oder übel zum unnotwendigen
«Überbau" werden, mögen auch die „Idealisten" noch so intensiv das Gegenteil
behaupten. Was nicht in bestimmten Sachlagen sofort „da ist", ist überhaupt
nicht da, muß bei der Ordnung der wichtigsten Sachlagen unausweislich vernachlässigt
, d. i. zum „Überbau" werden.
Der Geist, als etwas Nicht-Augenblickliches an Wirkungsfähigkeit verstanden
, ist das Stigma, das diese gesamte geistige, kulturelle Welt zeichnet und
sie zu etwas der augenblicklichen Eingriffs-Fähigkeit und „Notwendigkeit des
körperhaften Daseins" Nachgeordnetem macht und zu etwas allen Verrenkungen
und Erkrankungen dieses körperhaften „wirtschaftlichen" Daseins eingriffsunfähig
Gegenüberstehendem, zu etwas — im Effekt — dazu Passendem.
Aber man wird entgegenstellen: das sei nicht das Stigma dieser geistigen
Welt, das sei das Stigma des Geistes überhaupt, als solchen — auf eine andere
Weise als mehr oder weniger allmählich und ferne zu wirken, sei sämtlichen
Mitteln des Geistes überhaupt unmöglich — Geist heiße im Gegensatz zu Körper:
Fernwirkung.
Darauf antworten wir: Sollte dies so sein, sollte diese „Fernwirkung" auch
zeitlich unumstößliches Gesetz sein, so gilt es, sich darauf gefaßt zu machen,
daß die körperhaften, materiellen Bewegungen vom Geist überhaupt niemals
eingeholt werden.
Es gibt keinerlei exakten Anhalt dafür, daß sich nicht ständig und ewig körperhafte
Notwendigkeiten vor geistige Erfordernisse drängen und diese in infinitum
hinausschieben, es gibt — abgesehen von einem transzendentalen Dogma von
ewiger Weltverbesserung — keinerlei Garantie, mit Sicherheit aber keinerlei handhabbares
Moment dafür, daß unter dieser Perspektive nicht das Chaos in
Permanenz erklärt wird samt allen theoretisch ungeheuerlichen Konsequenzen, die
bis zur Selbstaufhebung jeder Geltung führen.
Man gewöhne sich, in Alternativen zu denken, und hüte sich, „Unmöglichkeiten
" zu stabilieren, deren antipodisch entsprechende „Möglichkeit" nur zu Ende
geführt, noch nicht einmal — denkbar ist.
Wir werden also, von undenkbaren Folgerungen genötigt, eine Weile bei der
Erwägung von Möglichkeiten zu verharren haben, die, wenn auch zu einem Teil
als Aussichtslosigkeiten verschrieen, dennoch eigentlich niemals — wie es doch
bei echten Aussichtslosigkeiten sein müßte — zu Gleichgültigem und zu Nichts
geworden sind, sondern, wenn auch problematisch, immer dringend dagewesen
sind: der Möglichkeit einer unmittelbaren und augenblicklichen geistigen Wirk-
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