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Unger, Erich
Politik und Metaphysik
Berlin, 1921
Seite: 45
(PDF, 13 MB)
Bibliographische Information
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Varia

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In der realen Einheit ist gemäß dem in der theoretischen Ableitung Angegebenen
, das Problem des objektiven Ranges gelöst.

Auf alle soziologischen Erscheinungen, die vor diesem typischen vollendeten
Fall eines Zusammen liegen, sind nun dessen fundamentale Gültigkeiten sogleich
dergestalt zu übertragen:

Daß die psychophysischen Attribute oder deren Konsequenzen, die in der
realen Einheit als objektive Kennzeichen gewisse Individuen herausheben, in allen
Vorstadien einer metaphysischen Gesamtheit in Gestalt strikter, momentan zu erfüllender
Forderungen gesetzt werden, denen die eine Lenkung des ganzen beanspruchenden
Individuen sich zu unterwerfen haben, wiewohl ihnen die aus
einer metaphysischen Gebundenheit resultierende Steigerung ihrer Fähigkeiten
noch nicht zur Verfügung steht.

Das heißt: es ist eine metaphysische Perspektive anzusetzen, obzwar die
Voraussetzungen des vollendeten Status noch nicht oder nur unvollkommen
(etwa nur vorwiegend psychisch) gegeben sind.

Dennoch gibt es keinen anderen Modus, weder einen über das empirische
Niveau hinaus liegenden Zustand zu erreichen, noch objektive Kriterien für realiter
rangunterschiedene Einzelne zu stabilieren, als die Bedingungen dieses Erfüllungs-
Stadiums vorher gewillkürt zu setzen: das ist die in einer metaphysischen
Atmosphäre zutreffende Optik.

Damit geschieht eine vollkommene Umkehrung aller der die „gegenwärtige"
ungesteigerte Situation beherrschenden Geltungen für den Typus des zu
einer „Regierung" Befugten.

Eine unumgängliche Vorbedingung dafür, daß ein bestimmtes Individuum
kein psychophysiologisch abgetrennter Einzelner sei, sondern bis in die empirie-
bedingend-materiale Existenz hinein über das gewöhnliche Maß eine Gesamtheits-
Realität darstelle, ist selbstverständlich die, daß nicht gerade durch die Beziehung
zur Gesamtheitsgröße dieses psychophysiologische Abgetrenntheit s-Dasein
irgendwie gestärkt und gefördert werde, wodurch der Accent immer auf dieses
letztere fällt: dahin gehören sämtliche materiellen, der psychophysiologischen
Einzelperson zukommenden Vorteile, die die illusionäreSocietas verschwenderisch
auf ihre Leitenden ausschüttet. Jede Entgeltlichkeit und gar die Gestaltung
der entscheidenden Einwirkungsmöglichkeit auf eine soziologische Einheit als ein
Beruf bedeutet im Vorhinein das Zerschneiden der Verbindungslinien, ohne die
eine reale Zusammengefaßtheit nicht konstituiert werden kann: die absolute
Entschädigungslosigkeit der irgendwie richtunggebenden Einzelnen
ist somit erste indiskutabelste Voraussetzung. Es sei hinzugefügt, daß das unbedingt
Lebensnotwendige nicht ausgeschlossen sein kann, daß aber im Hinblick auf
das Einzel sein die entscheidenden Elemente in einer nicht scheinbaren

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