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Aufstellung dieser Inhalte nicht entbehrlichen und nicht ersetzbaren Einzelnen
aus dem Zusammenhange des Ganzen zu folgern war.
Generell aber sei für die Aussichten eines teleologischen Vorhabens daran
erinnert: —
Zum Wesen einer „theoretischen" Unternehmung gehört durchaus das Ein
setzen der Materie.
Keineswegs kann von einem irgendwie ;,geistigen" Versuch eine Einwirkungs-
Garantie erwartet werden.
Die Materie aber nach Art der empiristischen politischen Gewalten wirken
zu machen kann nicht im Verfahren eines von der psychischen Ebene, „von
oben" aus anhebenden soziologischen Gebildes liegen:
Die Macht der illusionären Einheiten bedeutet: die Verbindung dieser metaphorischen
Gesamtheit mit der technischen Behandlung der Materie.
Es gibt aber noch einen anderen Zugang zur Materie — das ist der, der
über das psychische Vermögen zu ihr auf dem Wege geht, der an den körpermäßigen
Entstehungspunkt der wirklichen Einheit führt (wie oben analysiert
wurde), in deren Wesen ihre Stellung zum Materiellen und ihre Machtmitte
begründet sind.
Es handelt sich nicht um «Geist" und nicht um »Materie", sondern um
ihre Auseinandersetzung d. i. Metaphysik.
III.
Aber die Energien, die entstehen, so oft und wo überall die Einsicht gelingt,
daß die Katastrophe dieser Soziologie ewig sein müsse — diese Energien, die
die Luft der politischen Welt laden, werden an einem Kristallisationsgebüde
niederschlagen und sich dort binden. Dieses Gebilde einer Zusammenfassung,
der Träger solcher Kräfte und Einstellungen wird der Ausgangsort einer im Verhältnis
zum Einstmals umgekehrten Entstehungsart einer unmetaphorischen, im
Reiche des Objektiven, existierenden Gesamtheit: — der psychophysischen (statt
der physopsychischen) Genesis; der naturhaft-bewußten (statt der naturhaft-
unbewußten). Der Ort eines solchen Beginns ist, im Gegensatz zu einer vom
bestehenden Staate abzweigenden Forschungseinrichtung eine vor der Staaten-
»Wirklichkeit" liegende und solche erst begründende metapolitische univer-
sitas: ein Indifferenzpunkt der soziologischen Realität, aus dem diese überhaupt
erst hervorgeht und ihre Kompetenz nimmt.
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