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Unger, Erich
Politik und Metaphysik
Berlin, 1921
Seite: 49
(PDF, 13 MB)
Bibliographische Information
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Varia

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Aber das Problem, das diese universitas zu losen stellt, ist unmittelbar
kein politisches, sondern ein fundamentales; der formale Zusammenschluß
zu seiner Lösung ist das Politische an ihr. Das erste «Politische", »Politik"
im „Uranfang" ist zunächst unwillkürliche Begleiterscheinung einer
sich auf weit Zentraleres richtenden Bewußtseinsreihe.

Deren wirkliche Problematik ist identisch mit einem Ausdruck der metaphysischen
und das Soziologische ist hierbei die Hervorbringung einer die Spannung
zur Auflösung dieser Aufgabe steigernden Atmosphäre, die aus der Anerkennung
aller der Geltungen sich ergibt, die eine reale Gesamtheit zu konstituieren
vermögen und aus der Bearbeitung desjenigen Feldes, das um jene zentrale Fragwürdigkeit
liegt. (Es gilt nicht die „Sammlung von Geistigen" zwecks politischer
Betätigung — sondern eine Akkumulierung der geistigen Fähigkeit als
solcher zwecks Bezwingung der ihr an sich, eigentümlich gestellten erkenntnismäßigen
Aufgabe.)

Das bedeutet den Arbeitsbereich jener metapolitischen universitas durch
folgende Zielsetzungen abzugrenzen:

Es gilt vorerst die Umschaltung in der Wertung der Möglichkeit — Metaphysik:

Gerade die entlegenste philosophische Theoretik ist nicht um „reiner
Erkenntnis" willen da, sondern um der konkreten Bewältigung aller Existenz-
Pathologie einschließlich der soziologischen willen — — ohne um deswillen
„praktische" „Weltweisheit" werden zu dürfen. Das Ziel der „Philosophie
" ist nicht Erkenntnis, sondern Bewältigung aller
Konkretheit — — aber dieses Ziel ist nur erreichbar, wenn
sie die Richtung auf reine Erkenntnis innehält.

Das Richtunggebende ist die Dignität und Unaufschiebbarkeit gerade der
empirie- fernsten Untersuchung und Einstellung.

Die metapolitische universitas i s t gleicherweise selbst der Archetypus einer
realen Einheit wie auch das der Ermittelung der Bedingungen solcher gewidmete
Unternehmen:

Sofern sie das erste ist, kann sie eben damit nicht umhin, bereits
eine bestimmte universale d. i. aber völlig „politikferne" Problem-Gestalt zum
Zentrum ihrer Existenz zu machen; sofern sie das zweite ist, wird sie, auf das
„Bestehende" blickend, in diesem die Materialien der realen Einheit aufzusuchen
und so weit dieselben im Vergangenen und Gegenwärtigen den Außenanblick
solcher Einheiten darstellen, die Masse des Tatsachen haften zusammenzubringen
haben. (Die dennoch beileibe nicht „Geschichte", sondern
Erzielung von Orientierungspunkten in einem höchst aktuellen, noch
kaum gegenwärtigen Bereich bedeutet.)

Die Untersuchung des Wesens der realen Einheit, sofern sie faktisch
ist, wird sich in zwei Hauptrichtungen begeben: in die eine: die der

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