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den herausgenommen, getrocknet und aufbewahrt,
was in Kisten geschehen kann. Diese Eier in
hartem Zustande gegessen, schmecken vortrefflich
und halten sich mehrere Jahre hindurch.
Obiges Verfahren wird von den Chinesen
beobachtet.
Oel vor dem Ranzigwerden zu
bewahren.
Oel wird durch die Berührung der Luft und
das Einsaugen von Sauerstoff ranzig. Es ist
folglich hinreichend, das Oel in Flaschen zu fül-
len und obenauf etwa zwei Zoll Weingeist zu
gießen, die Flasche wohl zuzupropfen und sie auf-
recht zu stellen. Auf diese Weise hält sich das
Oel sehr lange, ohne sich empfindlich zu verän-
dern, besonders wenn man noch über dem Pfropfe
und Halse der Flasche eine Blase befestiget hat.
Diese Verfahrungsart ist auf die Eigenschaft des
Weingeistes gegründet, wornach sich derselbe, sei-
ner eigenthümlichen Schwere wegen, über dem
Oele anhält und somit jede Verbindung mit der
äußern Luft verhindert.
Kraut und Kohl vor Raupen zuschützen.
Um Kraut und Kohl vor Raupen zu schützen,
pflanzt man seit längerer Zeit in der Gegend
von München Hanf darunter; jedenfalls aus
demselben Grunde findet man in Illyrien die
Krautäcker häufig mit Hanf umpflanzt und ein-
zelne Hanfpflanzen mitten unter dem Kraute.
Vortheil beim Schärfen der Sensen
und Sicheln.
Man taucht die Wetzsteine in Wasser, wel-
ches mit 7 Loth Schwefelsäure oder Vitriolöl auf
2 Kannen (4 Pfund) Wasser versetzt worden ist.
Diese Flüssigkeit kann aber nur in einem hölzer-
nen oder bleiernen Gefäße, oder in einer recht
scharf glasirten, steinernen Flasche aufbewahrt
werden. Noch wirksamer als das Schärfen mit
dem Steine ist, wenn man weiches Holz (Espe
oder Pappel) in die Form eines Wetzsteins schnitzt
und sich desselben ganz eben so bedient. In das
saure Wasser mengt man dann feinen Sandstaub
und rührt es bei jedesmaligem Eintauchen gut um.
Getreide lange vor dem Verderben zu
bewahren.
Ausgedroschenes Getreide, welches längere
Zeit auf dem Boden im Haufen liegt und nicht
sehr oft umgestochen wird, bekommt leicht einen
widrigen Geruch und unangenehmen, selbst in
das Brod übergehenden, Geschmack.
Diesem Uebel kann dadurch abgeholfen wer-
den, daß man das gedroschene Getreide nicht
würfelt und reinigt, sondern mit der Spreu aus
dem Wurfhaufen auf den Boden bringt.
Ist das Getreide trocken eingebracht, so hal-
ten sich die Körner in der Spreu, felbst ohne
umgewendet zu werden, viele Jahre, ohne im
Mindesten Schaden zu leiden. Auch Mäuse und
Ratten können, der Spreu wegen, den Körnern
keinen Schaden thun. Garben-Häcksel von trocke-
nem Getreide hält sich so Jahre lang.
Mittel gegen den schwarzen Kornwurm.
Ein Landwirth hat seit 30 Jahren den schwar-
zen Kornwurm von seinen Getreideböden verbannt,
indem er jede Stelle, auf welche Getreide geschüt-
tet werden soll, mit heißem Wasser rein ab-
scheuern, und nach dem Wiederabtrocknen dersel-
ben mit stark eingekochtem Hopfenwasser (also
einer Abkochung von Hopfen in Wasser) tüchtig
tränken und wieder trocknen ließ.
Butterbereitung mit Alaun.
Nachdem die Milch 12 Stunden lang im Kel-
ler oder in der Milchkammer gestanden hat, sam-
melt man von ihr den fünften Theil als Rahm
ab, und falls man nicht so viel Kühe hat, um
von einmaligem Melken buttern zu können, sam--
melt man den Rahm so lange, bis man eine
ausreichende Menge gewonnen. Dann nimmt
man auf 12 Maaß Rahm 1 Loth feingestoßenen
Alaun und 2 Maaß saure Milch, mengt Alles
gut durcheinander, läßt es bei einem schwachen
Feuer lauwarm werden und gießt es, wenn es
wieder abgekühlt ist, in das Butterfaß zurück,
wonach auf die gewöhnliche Weise gebuttert wird.
In Zeit von 6 Minuten gewinnt man so die
reinste Butter und beträchtlich mehr als bei dem
gewöhnlichen Verfahren.
Große Hühnereier zu erzielen.
Im Nassauischen werden durch folgende Ver-
fahrungsweise außerordentlich große Hühnereier,
bis zu 10 Loth Gewicht, erzielt. Man sammelt
große Schwämme in den Waldungen (nur keine
giftigen), trocknet diese und stößt sie nebst den
Schalen der Leinknoten zu Pulver, so daß unge-
fähr ½ Theil mehr Schwammpulver als Lein-
knotenschalen dazu genommen werden. Hierauf
thut man noch Roggen- oder Weizenkleie und ge-
stoßene Eicheln dazu, knetet alles dieses in einen
Teig, von dem man den Hühnern täglich Stücke
von der Größe der Erbsen oder Bohnen vorwirft.
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