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Fleisch frisch zu erhalten.
Wenn im Sommer - manchmal geschieht's
auch im Winter - das gekaufte Fleisch einen
gar zu vornehmen Geruch und Geschmack bekom-
men hat, so daß es dem Munde ordinärer Leute
nicht mehr behagen will, so verfahre man auf
folgende Weise. Man lege das Fleisch in fein
zerstoßene Holzkohlen, so daß der Kohlenstaub
alle Theile der Oberfläche vollkommen bedeckt;
nach kurzer Zeit hat das Fleisch seinen üblen
Geruch verloren. Auch kann Fleisch auf diese
Weise in der größten Sommerhitze 6 bis 8 Tage
vollkommen frisch erhalten werden. - Bemerkt
man den fatalen Geruch erst beim Kochen, so
nehme man einige Kohlen vom Feuer und werfe
sie in den Fleischtopf; sie nehmen das unange-
nehm Riechende alles in sich auf.
Die veredelte Kartoffel--Doppel-Ernte
nach Erfahrung.
Fränkische Blätter bringen folgende Mitthei-
lung: Nach einem eben durchdringenden Früh-
lingsregen, nachdem die Kartoffeln bereits Reben
getrieben haben, schneidet man eiune oder auch
mehrere dieser Reben ab und verpflanzt sie so-
gleich neben der Mutterpflanze. Eine kleine Lüf-
tung abgerechnet, verlangen diese Nebenpflanzen
den ganzen Sommer über keine weitere Pflege.
Zur Zeit der Ernte hat jede dieser gepflanzten
Reben 6 - 12 zwar kleinere, aber doch reife
Kartoffeln mit Augenpunkten, welche gesammelt
und für die nächste Aussaat im Keller verwahrt
werden müssen. Auf diese Art gewinnt man nicht
nur einen Ueberfluß veredelter Saatkartoffeln,
sondern es wird auch dadurch der vierte Theil
der ganzen Kartoffelernte, welcher sonst zur Aus-
saat gespart werden muß, zur häuslichen Benu-
tzung gewonnen. Bayreuth, 6. August 1849.
Dr. Mayer, königl. bayer. Landgerichtsarzt.
Waschpulver.
Um die Haut zart und schön zu erhalten,
kann man sich eines folgendergestalt bereiteten
Reispulvers bedienen:
Eine beliebige Menge von allem Unrathe ge-
säuberten Reises wird in reinem Wasser einge-
weicht, das Wasser aber täglich abgegossen und
mit reinem vertauscht. Ungefaͤhr 14 Tage lang
wiederholt man dieses tägliche Ab- und Zugie-
ßen, worauf der Reis so weich geworden sein
wird, daß man ihn leicht zerdrücken kann. Nun-
mehr wird alles Wasser abgegossen, wobei sich
die Masse auf dem Boden mußartig zusammen-
setzt. Auf diese Masse gießt man wieder reines
Wasser und rührt sie damit wohl durcheinander,
bis eine weiße milchartige Flüssigkeit entsteht,
diese wird durch ein Haarsieb oder durch ein
weißes, nicht zu dichtes Tuch gegossen und man
läßt sie sich klären, worauf das zurückbleibende
feine Mehl auf einem ausgespannten weißen
leinenen Tuche getrocknet und sodann zum Ge-
brauche aufbewahrt wird.
Obst am Baume bis zum Februar frisch
zu erhalten.
Man wählt, wenn die Früchte reif sind, solche
Zweige, welche gegen Süden stehen und die am
schönsten aussehen, auch am reichlichsten mit Früch-
ten behangen sind. Diese umgibt man mit dich-
ten Strohmatten, so daß sie gegen kalte Luft
und andere Einflüsse vollkommen geschützt sind.
So behandelt, können die Früchte bis zum Ja-
nuar und Februar ganz frisch erhalten werden.
Haarbürsten--Reinigung.
Man sättige dieselben mit Eigelb und warte
zu, bis die Masse ganz hart geworden, reibe sie
dann aus und wasche sofort die Bürste in hei-
ßem Wasser, so wird sie vollstaͤndig gereinigt
und wie neu aussehen.
Das Schimmeln des Brodes zu verhüten.
Man bringe die Brode, so wie sie aus dem
Ofen kommen, in einen Mehlsack, an dem noch
Mehl hängt, mit der obern Rinde auf einander,
binde den Sack zu und hänge ihn an einem luf-
tigen Orte frei auf. Beim Gebrauch nehme
man das Brod einen Tag früher heraus, be-
streiche es mit einer in Wasser getauchten Bürste
und lege es in den Keller, bamit die Rinde
wieder weich wird. So kann man das Brod
sechs Wochen lang aufbewahren, ohne daß es
eine Spur von Schimmel zeigt.
Beförderungsmittel der Erdbeeren-
kultur.
Man hat gefunden, daß der Gyps sehr gün-
stig auf Erdbeeren wirkt, wenn er zeitig im
Frühjahr über dieselben gestreut wird.
Wohlschmeckende Gurken
werden erzielt, wenn man die Samenkörner 24
Stunden lang, ehe man
Milch aufquellen läßt.
sie einsaͤet, in frischer
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