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Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
14.1898
Seite: 109
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zgb1898/0175
5. Oktober.

109

Visitirung der
Attaque.

Nach genommenen Augenschein diesen
Morgen auf Set. Carl, Set. Joseph, Set.
Leopold judicire, dass der Feind, wo nicht diese Nacht,
wenigstens die morgige seine zweite Parallele formiren
dörfte m, hinter welcher er 3 Batterien angefangen hat, die
gleichfalls morgen oder längstens übermorgen spielen werden
. Von dar habe die Tenaille im Graben visitirt, welche,
weil sie wegen Kürze der Zeit nicht in recht guten Stand
kommen können, scarpiren und fraisiren lasse135. Die sampt-
liche Grenadierer seind nun gegen den Capuciner-Winkel
im Graben campirt.

Dem heütigen Rapport nach von dem
Ober-Schloss fangt der Feind nunmehr

Kessl gegen den
Obern Schloss.

auch ein Batterie oder Kessel136 gegen den Horn-Werk über

184 Harrsch spricht hier von der bevorstehenden Formirung der
zweiten Parallele; ein Flüchtigkeitsfehler hinsichtlich der Zahl liegt
nicht vor, wie ans dem Diarium unterm 10. Oktober zu entnehmen.
Dass der in der Nacht zum 2. ausgehobene Graben als zweite Parallele
zu betrachten ist, wurde bereits in den Noten 107 und 128 erörtert.
Und dass die nächstfolgende als die dritte aufgefasst werden muss,
dürfte um so weniger zu bezweifeln sein, da sie vor den Fuss des
Glacis zu liegen kam; darin stimmen die Pläne der „Memoires mili-
taires", von Fischer und Weich, sowie auch jener unseres Diariums
überein. Die Parallele am Fusse des Glacis pflegte aber bei dem
Vauban'schen Normalangriffe die dritte zu sein. Nach Quincy, VII,
269, wären, wie schon in Note 128 besprochen, in der Nacht zum
5. die in der vorhergehenden Nacht vorgetriebenen Boyaux zur
zweiten Parallele vereinigt worden, und wie die nämliche Quelle in der
Folge meldet, wurde in den Nächten zum 8. und 9. die dritte Parallele
gebaut. Wegen Quincy's unrichtiger Auffassung hinsichtlich der
Parallelen vergleiche die Noten 100, 107 und 128. Unter den erörterten
Verhältnissen glauben wir uns jedoch diesem Standpunkte
nicht anschliessen zu können und befinden uns hier in Ueberein-
stimmung mit der Auffassung der „Feldzüge des Prinzen Eugen",
XV, 287 und 290. Auch Weich bezeichnet in diesem Sinne auf
seinem Plane durch diesbezügliche Inschriften die 2. und 3. Parallele
.

las Praisirung nennt man eine Reihe sogenannter Hinderniss-
Pallisaden (sind von kleineren Dimensionen als die gewöhnlichen
Pallisaden), welche gesetzt werden, um das betreffende Werk besser
gegen eine Ersteigung zu sichern.

136 Dieser Kessel ist jedenfalls identisch mit der Mörserbatterie,


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