Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 465
Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
16.1900
Seite: 24
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August Meitzen

Sie werden auf eine messingne Teilscheibe gelegt, auf der die
Anzahl der Zähne für jedes Rad bestimmt eingezeichnet ist, und mit
einer Zirkularfeile ausgeschnitten. Die Zähne, die nach dieser Operation
viereckig erscheinen, werden dann mit einer dreieckigen Handfeile
unter unbestimmten Graden zugespitzt. Darauf wird in das
Rad eine sehr starke hölzerne Achse eingesetzt, welche an beiden
Seiten zentrirte Stifte als Zapfen erhält, und als Getriebe wird die
nötige Zahl Drahtstifte in die Holzachse eingelassen.

Damit sind die Räder vollendet, und der Uhrmacher hat nur
noch für die stählerne Spindel, für den Haken oder Anker und für
die verschiedenen, sehr einfachen Vorrichtungen des Schlag- oder
Weckerwerks zu sorgen, setzt dann das Werk zusammen und ist
zufrieden, wenn sich die Räder mit der Hand ohne Stockung drehen
lassen.

Von der Zutat, welche erst im Auslande von dem Hausirer
mit dem Werke verbunden wird, erfordert das Zifferblatt die meiste
Arbeit.

Die Grundlage dazu schafft der Schildbrettmacher, indem er
einen Tannenstamm in Rundklötze von etwa l1^ Fuß Länge sägt,
und aus diesen mit dem Beil x/2 Zoll starke Bretter von 1 bis l1/»
Fuß Breite spaltet.

Diese Bretter werden vom Schilddreher auf einer Seite glatt
gehobelt, auf ein Tischchen festgelegt, und so mit der Hand an eine
senkrechte Säge, die nach Art der Schneidemühlen konstruirt ist,
angeführt, dass die bekannte Form der Zifferblätter ausgeschnitten
wird. So roh kommen sie auf eine mechanische Drehbank, die
durch Wasser getrieben wird, und deren Meißel sich auf einer besonders
ausgearbeiteten Vorlage so fortschiebt, dass er den Rand
des Schildes glatt dreht, dann einen erhaben gewölbten Kreis stehen
lässt, und in der Mitte um das Centrum wieder eine muldenartige
Vertiefung bildet.

Auf diese Weise zugeschnitten, erhält sie der Schildmaler,
der sie zuerst mit einer dicken Lage von Kreide und Leimwasser
bedeckt, auf einer Drehscheibe von Stein glattschleift und mit Trippel
und Bimsstein polirt. Ist damit der Grund für die Malerei gewonnen,
so streicht er sie mit Bleiweiß an, setzt die Zahlen durch eine
Schablone auf, und malt endlich das Schild aus freier Hand und
nach seiner Idee aus.

Die Art dieser sehr unvollkommenen Malerei ist durch die
Märkte bestimmt, auf die die Schilde gesendet werden sollen. Frank-


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