Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 465
Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
16.1900
Seite: 29
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Ueber die Uhren-Industrie des Schwarzwalcls

29

Tanz- und Opern-Stücke von Mozart, Haydn und anderen Klassikern
zum Vergnügen des Fremden ausführen.

Man kann denken, dass in einem solchen "Werke die höchste
Sauberkeit der Konstruktion, Politur, Eleganz und geistreiche Kombinationen
des Mechanismus jeden Anforderungen entsprechen, und dass
hier nicht bloß der mechanische Takt des Praktikers entscheidend ist,
sondern durchaus Genialität und Durchbildung Bedingungen sind.

Dies sind etwa die Gestaltungen, die in der Schwarzwälder
Industrie vorliegen.

Genauer in die Technik einzugehen, liegt außer meinem Zweck,
und ich glaube den Leser, der sich dafür interessirt, mit Recht
auf den in der Einleitung erwähnten Aufsatz von Poppe verweisen
zu müssen, der jede Manipulation nebst den Werkzeugen auf das
genaueste und gründlichste darstellt.

Mein Streben ging mehr dahin, einen Blick in die Zahl der
Arbeiter, die Größe der Produktion, des umlaufenden Kapitals, des
ßohstoffbezugs u. dgl. zu gewinnen, ich kann mich aber leider keines
großen Erfolgs rühmen, und muss bei bloßen Mutmaßungen und
Wahrscheinlichkeiten stehen bleiben.

Die Schwarzwälder selbst sind über alle diese Fragen so völlig
im Unklaren, dass sich die meisten aller Beurteilung enthalten, andere
Angaben machen, die zu augenscheinlich aus der Luft gegriffen sind,
um Berücksichtigung zu verdienen.

Die einzige ganz sichere Grundlage ist der erwähnte Kommissionsbericht
(Tabelle I). Er gibt die Zahl der Meister für 1843—1844
auf 1419 an, wobei nur sehr wenige unbedeutende Gemeinden unberücksichtigt
geblieben sind, und zeigt außerdem die Verteilung der
Meister in den einzelnen Ortschaften und die numerische Stärke der
einzelnen Arbeitszweige. Er zählt unter den 1419 Meistern
920 eigentliche Uhrmacher,
185 Schildmaler,
90 Gestellmacher,

57 Schildbrettmacher und Schilddreher,

20 Gießer,

51 Kettenmacher,

37 Räderdreher,

9 Tonfedermacher,
15 Werkzeugmacher und
28 Spieluhrmacher.
Die grossen Schwierigkeiten, denen die Bestimmung der Gesellen
und Lehrlinge unterliegt, habe ich schon oben bezeichnet.


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