Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 465
Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
16.1900
Seite: 46
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August Meitzen

Das Stück wird dem Uhrmacher bei guter Arbeit vom Spe-
ditör mit 1 fl. 24 kr., also das Dutzend mit 16 fl. 48 kr. angerechnet
. Der Speditör zieht sich aber die Materialkosten teils für
sich, teils für den Gestellmacher und den Gießer ab, daher bleibt
dem Uhrmacher noch eine Forderung von 9 fl. 36 kr. Arbeitslohn.
Da nun ein Uhrmacher mit Gesell und Lehrling in der Woche 14
Stück solcher Uhren arbeiten kann, so erwerben diese drei Personen
wöchentlich 11 fl. 12 kr., oder, das Jahr zu 48 Arbeitswochen gerechnet
, jährlich 486 fl. 6 kr. Auf ähnliche Weise sind alle übrigen
Berechnungen angelegt. Der Uebersicht wegen habe ich für jede
Uhrensorte die höchsten und die niedrigsten Preise angesetzt, die
sich teils nach der Güte der Arbeit, teils auch nach einem gewissen Herkommen
einzelner Ortschaften bestimmen, welches die Fabrikanten
aus Schwerfälligkeit und Mangel an Zeit nicht durch Versendung
der Waren überwinden können.

Im allgemeinen werden in Neukirch, Eisenbach, Gütenbach die
höchsten, in Schönwald, Nussbach, St. Georgen und überhaupt nach
Norden und Osten zu, wahrscheinlich infolge des besseren Ackerbaus
, die niedrigsten Preise gezahlt.

Das Ergebnis der Berechnung ist für die gewöhnlichsten Uhrensorten
350—700 fl., für höhere 700—1000 fl. jährlich.

Die vollen Marktpreise können aber nur die wenigen Fabrikanten
erhalten, die bestimmte Kunden an Kaufleuten oder Privatpersonen
haben. Die meisten hängen so sehr von den Speditören
ab, dass die Abzüge, die sie auf den verschiedensten Wegen erleiden,
sehr bedeutend anzuschlagen sind.

Uhrmacher, die ich um allgemeine Schätzungen befrag, rechneten
bei Waren, deren Verkehr bestimmt ist, 25% Verlust.

Einer gab mir an, die Speditöre schrieben Schmalz und Speck
statt 10 bis 24 kr. mit 28 bis 32 kr., Draht statt 40 kr. mit 54 kr.,
Weingeist statt 38 kr. mit 48 kr., Salz statt 3 kr. mit 4 und 5 kr.
an; Zucker und Kaffee stiegen oft bis zum doppelten Satz, und bei
Ellenwaren, wo eine Einsicht unmöglich ist, kämen auch noch höhere
Prozente vor.

Eine kleine Gesellschaft äußerte, sie wollten gern der
Marktpreise verlieren, wenn sie gleich bares Geld erhielten, und des
Verkehrs mit dem Speditör enthoben wären.

Manche Fabrikanten werden jedoch wegen Verwandtschaft oder
wegen besonderer Freundschaft mehr geschont, und müssen sich nur
dem schon gedachten Zurückschenken fügen. Diese gewisse Ab-


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