Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 465
Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
16.1900
Seite: 97
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Aktenstücke zur Geschichte der Belagerung Freiburgs 1713 97

Statt ordentlich berenet. Woiüber wür gleich außgefallen und alle äußere
Heißer, Kirchen verbrent, garten und alles anders ruiniert, nitweniger die
Contrescharpen vnter Comando eines Obristen mit 1500 Man, dan die
Reuollins mit inclusive der 1500 besezt, also auch in der Luneten mit
200 Granadir und 150 Musquetir Posto gefast.

Den 24. hat vnß der Feint das Waßer genommen. Denselbigen Tag *
ist uns von dem Comendanten H. Generali v. Harscen, eine Ordere von
seiner Hochfürstl. Durchlaucht Prinzen Eugenio etc. vorgelösßen worden,
die yöstung biß auf den lessten Man zu deffendtiren, vnd
weder zu capitulliren noch sich alß Kriegsgefangene zu ergöben gedenckhen,
sondern lestlichen sich in die Schlösßer zu reteriren. Den 30. Sept. hat
der Feint in der Nacht zwischen 10 vnd 11 Uhr seine erste Parallel vnd
gleich darauf eine nechere 200 Schrit von dem Pviduo bey der Luneten gezogen
vnd also seine Approschen zwischen den Preisacher vnd Predinger
Thor eröffnet, dißes aber nit vnuermerkhter, sondern wür alles woll gehört
haben. Bei Eröffnung solcher Approchen ist der Feint mit ganzer Infanterie
hinterwerts seinen Arbeitsleiten, dann auf beyden Fliglen die Cavalerie in Bereitschafft
gestanten, warauf dan gleich von all vnßern Bastionen vnd Cavaliers,
gögen dem Feint das Connoniren angefangen, vnd selben Tag 4 Uhr abends
vnter Comando des Obristlieut. Petentorfs mit 500 Man vnd 100 Tragoner,
ein Außfahl geschechen vnd den Feint bey den Predinger Thor auß seinen
Approchen widerumb wäckhgeiagt, worbey die Franzoßen großen Verluest
gliden, auch einen Generali von der Tranchee durch einen Canonschusß
beede Füsß wäkhgeschosßen worden, der Feint aber hat sich mit fliegenden
Fanen wider zusammengezogen vnd mit der Cavalery angeruckht, das
bemelter Obristlieut. von Petendorff iedoch mit geringen Verlurst sich
(ohne P»,uinirung der feindlichen Approchen) reteriren hat miessen.

Den 5. Octbr. hat der Feint das ober Schlosß zu canoniren vnd
bombardiren angefangen. Den 6*«n darauf auch die Werckher von der
Statt gleichmeßig in Specie aber mit Bomben- vnd Steinwerfen. Zur
Attaque der Statt hat der Feint in seinen Approchen 7 Battarien mit den
erstem vnd deß hinzue gezognen Parallel formirt, vnd solle zusammen
4 : 5 :8 : 9 :10 : mit 35 : Conons garnirt, darunter ist ein Schlauter-Batrij
gögen der Contra-Scharpen mit 8 Cononen gewößen, daryber hin seint
wider 2 Battrien, iede mit 8 Cononen an die 2. Prechen gesözt worden.
Kößl 6 zu 3 vnd 4 Mersher, von welchen alle Zeit 3 Thaill Bomben vnd
ain Thaill Stain schrökhlich ist geworfen worden. Wehrender Attaque vor
der Statt seint bey der Nacht aus der Contra-Scarpe menge vnd tegliche
Außfahl nur allzeit zu 30 biß 40 Man geschechen, wodurch den Feind in
seiner Arbeith vnd sonsten großer Abbruch geschehen, ia so gar das von
No. 30 an den obristen Posto von dem Feind die gesözte Schanz, vnd
Köpf-Korb öffters wekh genommen worden, vnd der gleichen Außfahl zu
4 vnd 5 stets in all Nächten auf ainmall.

In der Contra-Scarpen ist alle Nacht vnßer Feuer so erschrekhlich

Alemannia N. F. i.l/'s. 7


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