Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 465
Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
16.1900
Seite: 103
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Aktenstücke zur Geschichte der Belagerung Freiburgs 1713 103

dem Dominicanerplatz 3 Soldaten. Im Gasthaus zum Adler nahm eine
Stukkugel einem Mädgen den Schenkel weg, diese Nacht wurde von beyden
Seiten unaufhörlich Bommen und Stein geworfen.

Den 7ten früh um 5 Uhr wurde das feindliche Feuer aus den
3 Batterien sowie auch auf den Basteyen des oberen Schlosses auf das
lebhafteste fortgesetzt.

Der Feind wagte es, das neue Lunet zu stürmen, wurde aber
zurukgetrieben, unsere Konstäbler demontirten die Stüke einer gantzen
feindlichen Batterie.

Den 8ten. Ein starker Nebel hinderte die Feinde ihr Feuer fortzusetzen
, und den gantzen Morgen schwiegen die feindliche Canonen.
Eine ausgegangene Partye der Unsrigen brachte einen Obristen und 30 Gemeine
mit sich. Abends gegen 9 Uhr schlugen die feindliche Bommen
2 Häuser bei dem Lämmerthor zu Boden, auch der Glokenthurm der
Franciscaner stürzte ein. Eine Gloke der Dominicaner wurde zertrümmert
und ein Ek ihres Kirchthurms abgerißen.

Den 9ten war von beeden Seiten das lebhafteste Feuer; in der
Schuhmacher-Gasse wurde ein Burger erschlagen, 2 andere tödtlich verwundet
. Heute fiel die obere Schloß-Garnison aus, jagten die Franzosen
aus der Schnekenschanz (das Loch genannt), wobey der Feind einen beträchtlichen
Verlust erlitte. Auser der Vöstung wagte der Feind einen
Angriff auf die Contra-Scarpen, von unsern Granadiern .aber wurde er in
seine Approcheen zurukgetrieben.

Heut wurden alle Ordens-Leuth samt den Jesuitten zum Generali
Harsch beruffen, und ihnen der Auftrag gemacht, daß alle Nacht ein
Ordensmann sich in die Contre-Scarpen verfügen solle, den Sterbenden
beyzustehen. Die Einwendung der Ordensgeistlichen war, daß der Soldat
dem Todt entgegengehe und sich also schon zuvor bereiten könne, Bürgern
und Blessirten in der Stadt Hülfe zu bringen, würde ihr unausgesetzte
Beschäftigung sein. Der hierüber erzürnte General drohete ihnen mit
dem Finger, am allerhöchsten Orth diese Antwort anzuzeigen und ließ
sie sogleich in Gegenwarth des Generallen Weitersheim in sein Belagerungs-
Prothocol eintragen.

Den lOten. Nächst dem Jesuiter-Collegio entstund durch eine
Bomme ein Brand, während dem Löschen nahm eine andere Bomme dem
Philip Strom Zunftmeister den Kopf weg. Eine Bomme zerschmetterte
in der Jesuiten-Kirche den Ignatius-Altar, und dessen Beichtstuhl, die
Büldnüß aber bliebe ohnbeschädiget. In das Dominicaner-Closter flogen
heut 3 Bommen. Diese Nacht bestürmten die Feinde 2mal das neue
Werk, wurden aber beedemahl mit Verlust zurück getrieben.

Den Ilten. Den gantzen Tag war eine unausgesetzte Oanonade von
beyden Seyten, von denen an das Orth der Bresche commandirten Soldaten
wurden täglich viele verwundet, und in die Klöster zur Pflege getragen,
in dieser Nacht fielen die Unsrige 2mal in die Aprocheen des Feinds,


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