Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 465
Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
16.1900
Seite: 119
(PDF, 60 MB)
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Altdeutsche Uebersetzung- von Einharts Vita Karoli Magni H9

tute. Paradoxa. Omnia denuo vigilantiori cura
recognita, per Des. Erasmvm Rot. & Conradum
Goclenium .... Additis etiam fcholijs Philippi
Melancht .... Cvdebat Coloniae Joannes Gym-
nicvs. M.D.XXX. 8°. Das Buch hatte ehedem dem Colle
gium Sapientiae zu Freiburg i. B. gehört, einem Kon-
vikt, das der Freiburger Universitätslehrer und spätere Weihbischof
des Augsburger Bischofs Friedrichs III. von Zollern, der
Bischof von Adrumetum Johann Kerer noch im fünfzehnten
Jahrhundert gegründet. Auf den Rücken der Bogen dieses Buchs
unter dem eigentlichen Einband, der abgelöst werden musste,
waren in der oben angedeuteten Weise fünf kleine Pergamentstücke
mit Leim fest aufgeklebt. Es war nicht leicht, sie
unversehrt — soweit dies überhaupt möglich war — abzunehmen
. Das größte dieser Bruchstücke ist etwa 8 cm lang
und cm breit, das kleinste misst nur 2,3 zu 3,2 cm.

Diese fünf Bruchstücke sind mit schöner, gleichmäßiger
Schrift des dreizehnten Jahrhunderts beschrieben. Der Text
ist deutsch, in einer Sprache derselben Zeit. Alle fünf Stücke
gehörten ehedem zu einem einzigen Blatte, das in der Mitte
gebrochen und in zwei Spalten beschrieben war. Die Breite
der einen Hälfte des Blatts betrug 18 cm. Alle 5 Bruchstücke
bilden zusammen einen einzigen Streifen dieses Blatts.
Bis auf die Stellen, wo das Pergament angeleimt war, ist
die Schrift gut lesbar. Einige kleinere Stellen sind durch
Wurmfraß zerstört. Zwei rote Initialen, ein grosses K und
ein S zieren die Schrift. Die Bruchstücke bilden nun die
Nummer 560 der Handschriften der Freiburger Universitätsbibliothek
.

Ein neuer deutscher Text des dreizehnten Jahrhunderts
kann schon als Merkwürdigkeit gelten; wie viel mehr einer der
Art, als welcher sich der dieser Bruchstücke herausstellte.
Gerade das kleinste Bruchstück führte mich alsbald auf die
rechte Fährte. Da war von einem „sinwellen haubet"
die Rede, von einem schönen und fröhlich gestalten Antlitz.
Das konnte doch nur auf einen Mann deuten, einen großen
Mann, dem allein diese Eigenschaften durch einen treuen Ge-


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