Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 465
Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
16.1900
Seite: 129
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Die Grenze vom anlautenden k gegen anlautendes ch

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«ich auf einen mehr oder weniger schmalen Streifen am Rhein
hin beschränkt haben. Eine derartige Annahme eines mehrfachen
Wechsels ist immer misslich, sie giebt aber doch die
beste Erklärung der geographischen Verhältnisse.

Den sprachgeschichtlichen Zeugnissen der literarischen
Denkmäler ist nach dem heutigen Stande unseres
Wissens keine Entscheidung zu entnehmen. Für ursprüngliche
weitere Zurückdrängung von k- nach Norden lassen sich wol
die ahd. ch-Sehreibungen aufführen, die weit ins fränkische
Gebiet hineinreichen. Aber deren Deutung ist umstritten, der
Schluss von diesen geschriebenen Formen auf die gesprochene
Sprache ist nicht zwingend. Ebensowenig entscheidet die
spätere Ausdehnung der Schreibung k- weit ins heutige
Gebiet von ch- hinein für ein nochmaliges Vorrücken von k-
über die heutige Grenze hinaus. Ich hoffe diese Frage bald
in größerem Zusammenhang ausführlich behandeln zu können.
Heute hat es also für die Auffassung unserer Grenzverhältnisse
bei einem recht bescheidenen Maß von Wahrscheinlichkeit
zu bleiben. Will man doch versuchen, von dieser vermuteten
Entstehung aus die allgemeine Lage und Richtuug
der heutigen Grenze verständlich zu machen, so lässt sich
bei dem Grenzstück östlich des Schwarzwalds annehmen, ch-
habe sich gegen das vorrückende k- im Gebirge und an dessen
Rand besser gehalten als auf der offenen Osthälfte. Solange
die Umgebung von Emmingen noch ins Gebiet von ch- gehörte
, lief die Grenze eher nordöstlich als südöstlich. Jenseits
des Rheins könnte sich die stark nordöstliche Richtung der
Grenze daraus erklären, dass sich k- gegen das neuerliche
Vorrücken von ch- auf der Westseite an den Vogesen hin
und gedeckt durch die französische Grenze besser gehalten
habe als in der offeneren Osthälfte. Rechts des Rheins könnte
die Zusammengehörigkeit eines größeren Länderstücks unter
Baden-Durlack die weitere Ausbreitung von ch- begünstigt
haben.

Alles bleibt so unbestimmt und schwach begründet, dass
sich der Erklärungsversuch vom Grenzzug im großen und

Alemannia N. F. 1/2. 9


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