Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 465
Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
16.1900
Seite: 160
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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Giemen

Eucharius Rosenbader von weyssenburg mit grosser Vorsichtigkeit
die sach angriffen. Auf die weis ist nieister Euchario
die sach befohlen gewesen: der hat dem verstorbenen seinen
leib geöffnet vnd aufgeschnitten vnd in dem magen alle diese
verzeichnete stuck vnd waffen, wie lang, wie breyt vnd alle gestalt,
so ich auch hie durch einen guten maier hab von den stücken
selbs lassen abcyrclen vnd conterfeyen, gefunden vnd in bey-
wesen nachfolgender zeugen aus dem magen mit seinen Instrumenten
gezogen, welche stuck noch alle alhie hinter einem
erbaren Rat offenbarlich behalten werden etc. Zum ersten,
ein lang breunlich holz, nach in der lang vnd gestalt wie
verzeichnet, zum andern ein ganz eisernes messer, darauf
ist gelegen ein bündlein, etliche wollen, es sey har, etlich
sagen, es sey gras, aber der maier vermeint genzlich, es sey
flachs. Zu dem dritten ein messer mit schalen, sehr fast verrostet
. Zum vierten ein messerkling. Zum fünften ein klein
scharpf eisen, das der bader vermeint, es sey ein alt vor-
wesens schreibmesserlich gewesen. Zum sechsten ein viereckigt
lang spitziges eisen. Diese stucke alle haben vnsere
herrn von dem Rat Ihrem mitburger genommen vnd erstlich
gen Nürnberg eim Erbaren Rat durch eigne botschaft zugeschickt
.

(Aufzählung der Zeugen.)

Das hab ich euch wollen anzeigen, vnd ist warlich ein
öffentliche predigt widder die vermessenheit vnd vnglauben
dieser grossen vnd rauchen weit, die nit viel von Teufel helt,
so man doch hie merken und greifen kann, was er vor ein
gewalt brauchen wurde, widder vns, wo im Gott verhenget.
Das wir aber für im bleiben an leib, gut, ehr, kind vnd
weib, auch an der seien, ist der gütickeit vnd grossen
barmherzickeit vnsers lieben, getrewen G-otts schuld, der so
emsig vnd veterlich vber vns vndankbare wachet, vns schützet
vnd vor solchen grausamen gewalt beschirmet. Denn wo das
nicht geschehen, wer es gar bald mit vns madeseck aus.
Darumb hat man sich aus diesem gesicht zu fürchten vnd
herzlich zu trösten vnd sich zu freuen.


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