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Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
16.1900
Seite: 183
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Anzeigen und Nachrichten

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Dies ist die Aufgabe, die sich v. E. im 1. Abschnitt seiner
Abhandlung gestellt hat. Zuerst wird der Nachweis unternommen,
dass die Endung ingen tatsächlich für die Schwaben besonders kennzeichnend
ist. Zu diesem Zweck wird ihre Häufigkeit im deutschen
Sprachgebiet — leider scheint Oesterreich ausgeschlossen zu sein —
zahlenmäßig dargetan: von 2400 treffen 1080 auf den Bereich des
schwäbischen Stamms, also 45°/0. Inwieweit die Zählung richtig
ist, lässt sich natürlich schwer beurteilen; im bayer. Schwaben gibt
es z. B. deren nicht 140, sondern 173, was allerdings den Prozentsatz
sogar noch erhöhen würde. Lässt man die Möglichkeit gelten,
— und das hat viel für sich — dass das in und vor dem 5. Jahrh.
von den Alamannen besetzte weiter im Norden gelegene Land noch
manche Namen aus jener Zeit bewahrt hat, so steigt die Zahl noch
bedeutend, so dass man fast 3/.t aller als schwäbisch ansprechen
könnte. In Württemberg übertreffen nur die Grundwörter berg und
bach die ingen an Häufigkeit; und ein Vergleich des schwäbischen
und fränkischen Teils dieses Lands ergiebt deren auffallendes TJeber-
wiegen im ersteren.

Ist so die Endung ziemlich schlagend als schwäbische Eigenheit
erwiesen, so deutet eine Betrachtung und Ausscheidung nach der
Grösse der ingen-Orte auf ihr frühzeitiges Emporkommen und ihr
hohes Alter. Während unter den kleineren Orten Württembergs und
Hohenzollerns nur etwas über l°/0 ingen sind, trifft darauf von
Dörfern und Städten mehr als je der fünfte Teil; ferner sind von
den württemb. ingen mehr als 80°/0 über den Weilerrang emporgewachsen
, das gleiche Verhältnis wie im bayer. Schwaben. Das
legt den Schluss nahe, dass diese Wohnorte gleich als geschlossene
Dörfer angelegt wurden1). Dies erhärten noch weiterhin folgende
Erwägungen:

1. Die ingen haben fast durchweg die größten Markungen und

2. regelmäßig die günstigste örtliche Lage (weite, bequem zugängliche
und darum wol gleich bei der Einwanderung be-

*) Dass es ähnlich sich verhält mit den heim und dorf, mag sein;
dass die weiler im Gegensatz dazu von Anfang an klein waren, lässt schon
die heutige Bedeutung des Wortes und dessen Herleitung von villare vermuten
. (Die auf S. 12 wiederholte Baumannsche Ableitung von wilan-
weilen ist ganz unwahrscheinlich.) Ob dagegen auch die hofen mit weiler
auf gleiche Stufe gestellt werden dürfen, erscheint schon wegen der Mehrzahl
sehr fraglich.


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