Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 465
Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
16.1900
Seite: 186
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zgb1900/0197
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Anzeigen und Nachrichten

Ganz in v. E.'s Sinne möchte ich hier Anlass nehmen, noch auf
etwas aufmerksam zu machen, was ich schon früher einmal anderswo
angedeutet habe. Dass sehr viele Gewässer nach Personen benannt
sind, ist bekannt. Sollten nicht Fälle wie Usingen an der TTse,
Morungen an der Moor, Bodungen an der Bode, Groningen an der
Grunach, Sindelsdorf (Sindolvesdorf) am Sindelsbach, Buxheim an
der Buxach u. v. a. die Vermutung rechtfertigen, dass es öfters der
Brauch war, den "Wohnort unH den daran vorbeifließenden Bach
nach der gleichen Person (etwa dem Sippenältesten, hier also TJozo,
Maro, Bodo, Gruono, Sindolf, Bucho) zu benennen?

Nachdem v. E. im weiteren noch hervorgehoben und begründet
hat, dass natürlich nicht alle Orte auf ingen der Einwanderungszeit
angehören, reiht er der ganzen Gruppe als zugehörig noch die Neufra
u. ä. benannten Orte an, indem er die meines Wissens zuerst von
Biezler gegebene Erklärung: „bei den neuen Sippen" annimmt, welche
um so mehr Wahrscheinlichkeit für sich hat, seit die fehlende
Beugungsendung beim Adjektiv durch 3 Urkundenstellen bei Krieger
belegt ist (Niunferon); der fast regelmäßige Ausfall des n vor dem
harten labialen Reibelaut dürfte sich dem vor dem weichen in Formen
wie Ottwangen u. ä. an die Seite stellen lassen. —

Der zweite Teil der vorliegenden Abhandlung bringt die Erklärung
der einzelnen Namen. Und auch er bietet etwas Neues insofern
, als er bei jedem der 38 ingen-Orte außer einer Reihe von
urkundlichen Formen auf stets „gleiche und verwandte Ortsnamen"
aus dem südlichen Deutschland vorführt, welche stellenweise einen
willkommenen Vergleich und guten Schluss zulassen auf den zu
gründe liegenden PN. Bei der Mehrzahl ist natürlich die Bir-
lingersche Deutung im großen und ganzen beibehalten, doch finden
sich bei etwa 14 mehr oder weniger erhebliche Abweichungen, die fast
durchweg einen Fortschritt gegen die frühere Deutung bezeichnen.

Auf einzelnes sei es gestattet, hier noch etwas näher einzugehen.
Bisingen führt auch Birlinger auf Biso zurück. Falls dies nicht
etwa aus Bid-zo entstanden ist, mag pison = mutwillig springen
wohl das richtige Stammwort sein, zumal das einzige bei Förstern.
(I, 265) verzeichnete Kompositum Bismod dann als einer „stürmischen
Muts" einen guten Sinn giebt. Wenn es aber erlaubt ist,
einen zusammengesetzten Namen zu übersetzen, so geht das nicht
mehr an bei einem verkleinerten. Ich halte es daher für einen
Fehler, dem man allenthalben begegnet, wenn Bissula, wie es S. 17
geschieht, mit „wilde Hummel" wiedergegeben wird. Man kann


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