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Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
16.1900
Seite: 187
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Anzeigen und Nachrichten

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doch aus dem Namen, der einem Kinde in der Wiege beigelegt
wird und bei dem man stets im Auge behalten muss, dass die
Eltern, wenigstens in der Zeit, da man den Sinn der Namen noch
verstand, ihrem Kinde einen frommen Wunsch mit auf den
Lebensweg geben wollten, nicht Schlüsse auf den Charakter
oder gar auf den Stand der Person ziehen. So ist z. B. in einem
Aufsatz der Beilage zur Augsbgr. Postztg. 1899, Nr. 15 S. 89, über
Alahmuntinga = Oberalting aus der Namenserklärung: bei den
Nachkommen des Alahmunt, des „Tempelschützers"," die kühne
Folgerung gezogen, dass jener Sippenherr ein Heiligtumswächter
und an dem Orte eine heidnische Kultstätte gewesen sein müsse.
Wenn die Eltern jenes Alahmunt ihrem Sohne wünschten, er möge
ein Beschützer des Heiligtums werden, so ist das verständlich;
gewiss aber werden Eltern ihrer Tochter nicht anwünschen, sie
möge eine „wilde Hummel" werden. Aus dem gleichen Grunde kann
ich mir nicht denken, wie die Namen Boso, Boaso zu „bös" gehören
können; sie sind ganz gewiss eher zu bözan=schlagen, stoßen zu stellen.
Burladingen. Mit der Verwerfung der ältesten Form Burd-
leidingen bin ich im Hinblick auf die späteren Formen, die nirgends
mehr ein d haben, ganz einverstanden; besonders scheint mir dafür
die Burichinger Mark und der Burishingagau, worin der Ort
lag, zu sprechen.

Empfingen. Den Namen Ampho möchte ich entsprechend An-
gleichungen wie entvangen u. a. lieber von Andfrid, Andfuns
(Fm. I, 85) herleiten als von Aginfrid.

Hechingen. Der Eponymos Hacho steht fest, nicht aber dessen
Ableitung. Die Gleichstellung mit Hagano erregt Bedenken. Mit
Rücksicht darauf, dass es nach der Urkunde von 789 im Hattens-
untare lag, würde ich hier eher an eine Zusammenziehung aus
Hadicho denken (Chadichus ao 673 Fm. I, 642).

Ruelfingen. Die Form v. J. 1300 Ruotolfingen bei Birlinger
zwingt, wenn anders sie richtig ist, doch wol zu einem Ruodolf.
Die angeblich im Schwäbischen ausschließlich gebräuchliche Kürzung
Ruof kann ja auch nur über Buolf entstanden sein.

Sigmaringen. Zu der hier angefügten Bemerkung, dass in dieser
Stadt noch nie ein Vater seinen Sohn Sigmar getauft, ist es vielleicht
nicht ganz unstatthaft, wenn ich erzähle, dass mir hier, als
ich diesen Namen meines Sohns auf dem Standesamt anmeldete,
entgegnet wurde, ob es denn diesen Namen überhaupt gebe, der
sei noch nie dagewesen.


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