Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 465
Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
16.1900
Seite: 190
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krawa > kraja > kreie > kreige (Krähe) vergleichen, so
müssen wir als möglich und wahrscheinlich annehmen, dass ein
Schelawje über Scheieige, Scheleie, Schelige sich zu
Schelingen hat entwickeln können; heißt ja die Au im Alamanni-
schen auch heute noch oi oder ey.

Außer bei diesen dreien ist von 0. H. noch bei Bischoff-
ingen die Möglichkeit angedeutet, dass es zu einem PN. Piscolf
gehöre. Wo aber der Stamm p i s c vorkommt und was er bedeutet,
ist leider nicht gesagt. Undenkbar aber in älterer Zeit ist eine
Zusammensetzung der Verkleinerung Pisico mit (w)olf. Die Aussprache
Bischlfingo — die einzige von allen, die weder mit einer
urkundlichen noch mit der modernen Schreibweise übereinstimmt —
erkläre ich mir durch Einschiebung eines bequem überleitenden Halbvokals
an Stelle des verschluckten e (oder o); es hat um so weniger
Anstand, als ja bischolf selbst bezeugt ist, —

S a s b a c h habe ich oben zu den bei Krieger erklärten mitgerechnet
, weil Sasbach bei Achern, das die gleichen alten Schreibweisen
zeigt, zu Sah so gestellt ist und bei Krieger von mehreren
die gleiche Etymologie besitzenden ON. immer nur der erste erklärt
ist. Was die Bemerkung heißen soll, dass der PN. Sah so „schon
frühe in die starke Deklination übergetreten" ist, ist nicht recht zu
verstehen. Gekürzte PN. werden doch ohne Unterschied bald stark
bald schwach gebeugt. — Ferner scheint mir die Erläuterung der
Entwicklung der mundartlichen Formen bei Leiselheim etwas
künstlich und gesucht. = heim wird vom Volk zu a gekürzt:
Burgheim = Burga, also Lüsselheim = Lisela, und der
Bewohner ist dann natürlich der Lis(e)l(9)m(e)r.

Am meisten Schwierigkeit von all den Namen um den Kaiserstuhl
bietet zweifellos Achkarren. Vielleicht darf auch ich
einen Versuch wagen, dieses seltsame Wort aufklären zu helfen.
Der PN. Hatucharl will mir nicht zusagen, weniger deshalb
, weil er nicht belegt ist, sondern weil ich bei dem ON. ein
Grundwort nicht missen kann. Elliptische ON. gibt es nun dort
einmal weit und breit nicht. Die einzige Analogie Wolfgangen
kann (wenn die Beziehung des urkundl. Belegs zutrifft) nur über
Wolfgangheim = Wolfganga entstanden sein; denn ein
schwacher Gen. Wolfgangen besteht nicht. Allzuviel Gewicht
dürfen wir der ältesten Form Hatcharl nicht beimessen, da sie
überdies erst in einer Abschrift des 17. Jahrh. vorkommt. Ich
denke, soviel steht fest: der Name enthielt 1 Kehllaut (vielleicht


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