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Karl Heinrich Frhr. vou Falmenberg
199
Versuchen möchte ich nämlich, in allgemeinen Umrissen,
ein treues Naturgemälde dieses Gebirgs zu entwerfen, zugleich
die Fortschritte seiner physischen, bürgerlichen, geistigen
und moralischen Kultur darstellend.
Unklar erscheint mir noch das Bild des Schwarzwalds,
gleich einer Fernsicht von einer seiner hohen Kuppen herab,
wo Vorgründe, Täler, Bäche, Wege und einzelne Felder, in
ihrer bunten Mannigfaltigkeit, sich vom Auge kaum unterscheiden
lassen. Und so trägt auch die nachfolgende Skizze
zu dem Rundgemälde ganz die Spuren einer noch unvollkommenen
Anschauung. Möge man sie daher von diesem
Gesichtspunkte aus beurteilen und mit Nachsicht aufnehmen!
Vorderhand bezwecke ich damit bloß, Gönnern und Beförderern
meines Vorhabens die Gegenstände zu bezeichnen,
welche das Rundgemälde dereinst umfassen soll, um es Ihnen
auf diese Weise möglich zu machen, mir dabei mit Rat und
Tat an die Hand zu gehen. Zu diesem Behufe sind auch
die Quellen, welche ich gerne benutzen möchte, sowie die
Gegenstände, worüber ich nähere Auskunft zu erhalten wünsche,
in dem Entwürfe angedeutet.
Vorerst werde ich alles, was über den Schwarzwald
im Druck erschienen ist, durchgehen und die geeigneten
Auszüge daraus machen. Die Ausbeute dürfte jedoch nicht
sehr ergibig sein, indem dies Gebirg noch nie aus dem von
mir gewählten Gesichtspunkte betrachtet wurde; auch bis
jetzt bloß zerstreute Aufsätze über dasselbe erschienen sind.
Unerwähnt darf ich hier nicht lassen, dass unsere humane,
jedes gemeinnützige Unternehmen gern fördernde, Regirung
mir die Benutzung der Archive, Registraturen und Lagerbücher
gestattet hat; eine ähnliche Erlaubnis ist mir auch
von Seiten Seiner Hochfürstlichen Durchlaucht dem Herrn
Fürsten von Fürstenberg zuteilgeworden. Für beide Begünstigungen
bringe ich hier meinen ehrfurchtsvollsten
Dank dar.
Allein, so schätzbare Materialien mir auf diese Weise
zu Gebote stehen, so besorge ich dennoch, dass ich darin
wenig Aufschluss über das innere Volksleben, Sitten und
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