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Albert
meinung, die zu disem rechten zu brachen; ob im aber herren oder
libsnot zugestanden, were im verborgen. Und dwil an sinem vliss
nüt erwunden sig, begert er fürter ufslag, in hoffnung, er sölt im
mit recht gönnt und hierin nit überylt werden. Doctor Johanns
Letscher und Walther Roland begerten die urteil zu hören und
wolten daruf des fürbringens erwarten; sover das nit beschech, hoffen
die beid, sollen Bernhart Jnkus clag lidig erkennt werden. Dann
nachdem sich Bernhart Jnkus anwalt nechst rumpt als gevasset, das
die zwen burger und in der von Mentz versprach weren, sig unser
zulassen sechs wochen und drig tag us gnaden gangen und mochten
das in der zit allweg wol erstattet, inen darzu verkündt und nit bis
uf den letsten tag verzogen haben, zoüg nit fliss, sunder geverd und
verzog an wie vor ouch beschehen, ir teil zu sweren costen uud
schaden gefürt, sigen in meinung, so nit anders dann wort und kein
glouplicher schin fürkert werd, wir sollen inen als den gehorsamen
recht ergen lassen, der zusprüch lidig erkennen, und satzten den
handel zu uns aber ins recht. Daruf hand wir zu recht erkennt:
swert Joss Lentzlin ein eid zu got und den heiligen, daz er nit
anders gewisset, wann daz er den, der solich kuntschaften har solt
bracht haben zu disem rechten gevasset hie vinden solt, und darin
sinen besten fliss fürkert, kein geverd noch verzog darin gesucht,
wie er solichs verantwurt hat, so geben wir im mit unserm rechtsprach
acht tag ufschub sich darunder zu erfaren, und soll demnach
uf mentag nach sant Michelstag, er kom oder nit, aber ergen, was
recht ist. Uf eroffnung diser urteil erstattet Joss Lentzlin den eid,
wie im erkennt was. Und kam uf denselben tag für uns zu recht
und stalt für uns Swartz Jergen, der sagt, er hab ein verkündbrief
von unserm gericht usgangen einem under den zwein geantwurt, der
wer zu Mentz anheimsch und het für und rauch daselbs. Darnach
sagt Ludwig Crafft, er hab Walther Bolanden und Peter Scheffers
husfrowen ein verkündbrief zu Mentz in irem hus geantwurt und
nach Conraten Henckis gefragt; darumb wurd im zu erkennen geben,
er were in sechzehen wuchen zu Mentz nit sesshaft gewesen, sunder
mit wib und kind gen Franckfort gezogen. Jtem Hanns Zwyling von
Mentz sagt, vor sechs jaren sigen die beid zu Mentz sesshaft gewesen
; ob si aber noch dasitzen, sie im nit wissend. Hanns von
Basel sagt, er hab den knecht, der die bücher harbracht und ver-
kouft, etwan gefragt, der geb im antwort: sin herre hiess Conrat
Henckis und were sesshaft zu Mentz. So gestund Walther Roland
obgenant, Peter Scheffer sesse zu Mentz mit sunder friheit als ein
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