Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 465
Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften [Hrsg.]
Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den Angrenzenden Landschaften
16.1900
Seite: 245
(PDF, 60 MB)
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Die Vorlage für »Schillers ..(tuiii»' nach dem Eisenhammer" 245

noch mal verrichten. Vnderdessen hat sich auss Gottes
Schickung die gegebne Stundt seines Todes verloften.

Der König hätt den aussgang der Sachen gern gewüst ;
und sandte den andern bösen Edelknaben hiernach, den Kalch-
brenner zu fragen, ob er dess Königs Befelch verrichtet hätt?
Der Kalchbrenner vermainte, dieser wär der Edelknab,
welchen er nach dess Königs Befelch verbrennen soll. Wurff
ihn also vnderni reden in Kalchofen. Der fromme Edelknab.
kam bald hinnach, fraget den Kalchbrenner, ob er dess Königs
Befelch erfüllet hätt? Er antwortet: wann er ein wenig-
früher kommen wär, so hätt ers gesehen. Mit dieser Antwort
kehrt er widerumb zurück, solches dem König anzuzeigen.
Vnd als ihn der König ersehen, erschrack er sehr, dass das
Widerspil geschehen, und nit der, sondern der ander wär
verbrennt worden. Fraget derhalben, wo er sich auffgehalten,
dass er seinen Befelch nit ehe verrichtet hätt. Der fromme
Jüngling erzehlet dem König, dass er zu der hl. Wandlung
kommen, und wie er allzeit pflegte, die folgende Mess biss
an das End gehört. Hierauss erkennet der König, das alles,
was sich begeben, Gottes Vrtheil, jener Schwätzer schuldig,
dieser aber vnschuldig.

Dieses Jünglings Vatter war ein edler Bittersmann,
welcher dem König sehr lieb war, am Todtbeth seinem einigen
Sohn vnder andern auss Vätterlicher vermahnung folgende
Puncten zu halten ernstlich befohlen hat. Erstlich, dass er
täglich ein gantze Mess hören. Am andern, sich der hochgeehrten
Gebärerin Gottes Gottseeligklich befleissigen. Vnd
zum dritten, die Keuschheit halten, oder zum wenigisten sich
vor aller Büberey und Vnzucht hüten soll. Weil er nun
diesem seines Vattern sei. Befelch fleissig nachkommen, ist
er also von dem vnfürsehnen Todt wunderbarlich errettet
worden, auch letstlich seeligklich im Herrn entschlaffen.
S. Elisabeth leget nach ihres Mannes Absterben S. Clara
Habit an, opffert sich, und ewige B-einigkeit auf vor einem
Orucifix mit weinenden Augen, erwählet alsbald Jesum also
bluetig zum ewigen Gemahl. Sie beflisse sich in allein,
S. Elisabeth Königin in Vngarn, deren Baass sie auch war, in


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